Geheimdienst-Affäre: MIT soll fast 8000 Leute gegen Lauschangriffe ausgebildet haben

Der türkische Geheimdienst, MIT, ist der Ansicht, dass Aufklärung und Selbstschutz die besten Mittel seien, um Lauschangriffe gegen öffentliche Einrichtungen zu unterbinden. Deshalb habe man Personen aus dem öffentlichen und privaten Leben fachspezifisch ausbeildet. Doch man sei unglücklich über ehemalige Mitarbeiter des MIT, die von der freien Wirtschaft angeworben werden.

Der türkische Nachrichtendienst (MIT) sagt, dass er bisher 7400 Personen aus dem öffentlichen und privaten Sektor gegen Lauschangriffe ausgebildet habe. Die Instruktionen wurden im Rahmen von 101 Informationsabenden an die Personen herangetragen“, zitiert die Hürriyet einen Sprecher der MIT bei einer Anhörung vor der parlamentarischen Kommission zur Untersuchung von Lauschangriffen. Als nationaler Nachrichtendienst habe man die Aufgabe die Öffentlichkeit über die Gefahren der Spionage aufzuklären.

Man selbst sei im Bereich der Gefahrenabwehr tätig, um mögliche kriminelle Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit, zu unterbinden. Im Vordergrund der Überwachung stehen keine Einzelpersonen, sondern Spionagestrukturen. Hierzu nutze man alle Quellen, die zur Verfügung stehen. Dazu gehören auch soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook. Doch der Nachrichtendienst bewege sich immer im Rahmen der Gesetze und der Verfassung.

Bauchschmerzen bereitet der MIT das Verhalten einiger pensionierter Beamter des Nachrichtendienstes. Es sei fragwürdig, dass Unternehmen aus dem Privatsektor darauf erpicht sind, insbesondere ehemalige Mitarbeiter des MIT zu rekrutieren“, beschwerte sich ein weiterer Sprecher der MIT.

Zuvor wurde der türkische Nachrichtendienst selbst Opfer eines Lauschangriffs. Im Jahr 2010 wurden im Internet Tonbandaufnahmen veröffentlicht, die ein Treffen in Oslo zwischen PKK-Führern aus Europa und einer MIT-Delegation aufdeckten. Der Skandal ging als Oslo-Gespräche“ in die Geschichtsbücher ein (mehr hier).

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