Visite: John Kerry besucht Ankara und sagt Hilfen für syrische Opposition zu

Der US-Außenminister sagt: Es muss direkte Hilfe an die syrischen Rebellen in den „befreiten Zonen“ fließen. 60 Millionen Dollar wolle man ausgeben. Das Assad-Regime befinde sich in einem Prozess des Verfalls. Allerdings setzen sich die Hilfeempfänger aus bewaffneten Oppositionellen zusammen, deren ideologische Ausrichtung strittig ist.

Der US-amerikanische Außenminister John Kerry, der sich derzeit auf einem zweitägigen Staatsbesuch in der Türkei befindet, erklärte zuvor, dass man der syrischen Opposition erstmals direkte „nicht tödliche“ Hilfen im Wert von 60 Millionen Dollar zukommen lassen werde. „Wir werden die syrischen Rebellen mit Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe versorgen“, zitiert die Hürriyet den US-Außenminister. Das sei der Beginn eines Prozesses, der Assad einen Strich durch die Rechnung machen werde.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, dass die humanitären Hilfen in die „befreiten Zonen“ Syriens geschickt werden sollen. Sie sollen auch dazu dienen administrative Funktionen zu erleichtern, was die Bereiche der Sicherheit, der sanitären Einrichtungen und der Bildung beinhalte. Zuvor wurden im Januar 2013 auf der UN-Geberkonferenz in Kuwait, Gelder für syrische Flüchtlinge zugesagt (mehr hier). Die USA versprachen 155 Millionen Dollar bereitzustellen.

Währenddessen meint Davutoğlu, dass Kerrys Aussagen sich nicht auf Hilfen für syrische Flüchtlinge beziehen, sondern auf die Rebellen. In der Türkei gibt es nach offiziellen Angaben derzeit 182.000 syrische Flüchtlinge (mehr hier). Ankara und Washington seien der Ansicht, dass dem syrischen Volk mehr Hilfen zur „Selbstverteidigung“ zur Verfügung stehen müssen, so Ahmet Davutoğlu in der Milliyet. John Kerry und Ahmet Davutoğlu haben einen direkten Kontakt zu den Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) und zur Nationalen Syrischen Koalition (NSC). Die NSC wird angeführt von dem ehemaligen Imam der Umayyaden-Moschee in Damaskus, Muaz al Khatib. Die Aussagen des türkischen Außenministers bestätigen die Feststellung des US-Wissenschaftlers Soner Çağaptay, dass die Türkei aktiv am Syrien-Konflikt beteiligt ist (mehr hier).

Weiterhin sollen beim Staatsbesuch des US-Außenministers die Situation im Irak und die PKK thematisiert werden. Insbesondere die Beziehungen zwischen der Türkei und dem Nordirak werden unter die Lupe genommen. Im Vorfeld hatte der türkische Präsident Gül sein Erstaunen über einen mutmaßlichen Positionswechsel Washingtons geäußert. Er könne eine Widersprüchlichkeit erkennen. Die USA forderten seit Jahren gute Beziehungen zwischen Ankara und Erbil. „Jetzt wo alles so gut läuft, spüre ich ein Unbehagen“, meint Abdullah Gül.

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