USA: Denkfabrik beobachtet eine Neuordnung des Nahen Ostens

Einem Bericht der US-Denkfabrik „Center for American Progress“ zufolge werden im Nahen Osten schon bald neue Grenzen gezogen. Washington müsse eine Neuordnung der Region durchführen. Doch dafür braucht es die Türkei als Partner und kann von ihr profitieren.

Die US-Denkfabrik „Center for American Progress“, welche der Obama-Regierung nahe steht, ist der Auffassung, dass der Nahe Osten kurz vor einer geographischen Neuordnung steht. In dem Bericht „Die vernachlässigte Allianz“ aus dem Jahr 2008 wird gesagt, dass eine Erneuerung der türkisch-amerikanischen Beziehungen unerlässlich für Washington sei, um die „Herausforderungen des 21. Jahrhundert“ zu meistern. Obschon der Bericht bereits vier Jahre zurückliegt, verschafft er dem Leser ein Verständnis für die derzeitige Nahost-Politik der USA.

Es wird erwähnt, dass die erste Neuordnung des Nahen Ostens nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches durch die Engländer und Franzosen vorgenommen wurde. Diese Neuordnung des Nahen Ostens zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehe nun vor einem Kollaps. Als Gründe werden der arabisch-israelische Konflikt, die Irakkriege, und ein durchsetzungsfähiges Iran genannt.

Jener Kollaps zwinge die USA dazu, eine geographische Neuordnung des Nahen Ostens einzuleiten. Deshalb müsse Washington seine Kooperation mit Ankara in den Bereichen der Sicherheitspolitik, der Wirtschaft und der Diplomatie intensivieren. Denn ein Partner wie die Türkei sei im Nahen Osten unerlässlich, um die Region „entlang US-amerikanischer Interessen und der Interessen der Völker des Nahen Ostens umzugestalten“, so der Bericht.

Den Beginn eines vertieften türkisch-amerikanischen Verhältnisses müsse die Lösung der Kurdenfrage bilden. Parallel dazu seien die Beziehungen zwischen dem Nordirak und der Türkei zu stärken. Die Verfestigung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Erbil und Ankara seien der Schlüssel zum Erfolg. Dasselbe gelte für die türkisch-israelischen Beziehungen. Washington möchte Komplikationen zwischen Israel und der Türkei verhindern.

Weiterhin wird deutlich gemacht, dass die USA kein Interesse an einer türkisch-iranischen Annäherung haben. Die türkisch-iranische Kooperation beschränke sich auf wirtschaftliche Beziehungen im Energiesektor. Folglich müssen der Türkei energiepolitische Alternativen geboten werden. Hier biete sich der Irak und der kurdische Nordirak an. Deshalb sei die Lösung des Kurdenproblems auch so wichtig für die regionalen US-Interessen. Insgesamt müsse die USA die Türkei in ihrer diplomatischen, ökonomischen und „friedensstiftenden Rolle im Nahen Osten“ unterstützen.

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