Independent Foreign Fiction Prize: Orhan Pamuks „Das stille Haus“ ist nominiert

Der Independent Foreign Fiction Prize, der nicht-englischsprachige Romane und ihre englische Übersetzungen auszeichnet, hat seine Liste der Nominierten bekannt gegeben. Unter den Anwärtern für den Preis der englischen Tageszeitung ist auch der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk mit seinem Roman „Das stille Haus“.

Orhan Pamuks „Das stille Haus“, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, befände sich in der so genannten Longlist mit 15 weiteren Kandidaten für den Independent Foreign Fiction Prize. Der türkische Autor konnte die Jury schon einmal von sich überzeugen. Bereits 1990, dem ersten Jahr der ersten Vergabe, gewann er mit dem historischen Roman „Die weiße Festung“.

Mit der türkischen Autorin  Elif Şafak befindet sich in diesem Jahr sogar eine Landsfrau in der Auswahlkommission (mehr hier). Die engere Auswahl mit nur noch sechs Werken wird am 11. April der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Gewinner selbst wird dann Ende Mai verkündet. Der Preis wird von der Wohltätigkeitsorganisation Booktrust verwaltet. Er ist mit 5.000 Pfund, umgerechnet etwa 6.250 Euro, dotiert.

Im vergangenen Jahr ist der Roman „Prachej ha-Afela” („Blumen der Dunkelheit”) aus der Feder des 1932 geborenen israelischen Schriftstellers Aharon Appelfeld in London ausgezeichnet worden. Sechs Jahre zuvor war das Werk auf Hebräisch erschienen und schließlich auch ins Englische übersetzt worden. Erzählt wird die Geschichte eines Elfjähringen, der sich während des Zweiten Weltkrieges vor den Nationalsozialisten in einem Bordell versteckt.

Pamuks aktuell nominiertes Werk ist sein zweiter Roman und erschien erstmals bereits 1983. Verortet ist er in die Zeit kurz vor dem Militärputsch im September 1980. Die Handlung dreht sich um drei Geschwister, die ihre Ferien im Haus ihrer Großmutter Fatma am Marmarameer verbringen und dort ihre unterschiedlichen Vorstellungen von der Zukunft entwickeln.

2013 können bisher noch folgende Kandidaten hoffen:

Gerbrand Bakker mit „Ten White Geese,” Chris Barnard „Bundu,” Laurent Binet „HHhH,” Dasa Drndic „Trieste,” Pawel Huelle „Cold Sea Stories,” Pia Juul „Murder of Halland,” Ismail Kadare „The Fall of the Stone City,” Khaled Khalifa „In Praise of Hatred,” Karl Ove Knausgaard „A Death in the Family,” Laszlo Krasznahorkai „Satantango,” Alain Mabanckou „Black Bazaar,” Diego Marani „The Last of the Vostyachs,” Andrés Neuman „Traveler of the Century,” Juan Gabriel Vásquez „The Sound of Things Falling” und schließlich Enrique Vila-Matas „Dublinesque”.

Mehr zum Thema:

„Man Asian Prize“: Orhan Pamuks „Sessiz Ev“ in der engeren Wahl
Orhan Pamuk: Nobelpreisträger ist der einflussreichste internationale Autor in China
Orhan Pamuk: „Die EU hat die Herzen vieler Türken gebrochen“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.