Afghanistan: Jetzt gehen türkische Unternehmen auf Goldsuche

Ein türkisches Unternehmen erhält von der afghanischen Regierung insgesamt vier Lizenzen zum Goldschürfen. Das verwundert nicht, denn die Türkei versucht sich zunehmend vom Goldimporteur zum Goldexporteur zu entwickeln. Investitionen in der heimischen Industrie sind auch vorgesehen.

Das türkische Unternehmen Yıldızlar SSS Holding, hat in Afghanistan vier öffentliche Ausschreibungen zur Goldsuche gewonnen. Zuvor hatten sich 70 internationale Firmen beworben. Das türkische Unternehmen wird im Rahmen eines Zusammenschlusses mit der „Afgan Gold Mining Co.“ operativ tätig sein, berichtet Stargazete. Yıldızlar SSS Holding hat eine Anteilshohheit von 51 Prozent. Ausschlaggebend für diesen Erfolg sei die Popularität des türkischen Premier Erdoğan gewesen, meint der Geschäftsführer der türkischen Holding, Harun Güdeberk.

Zudem sei man den gesamten Ausschreibungsprozess hindurch von der türkischen Regierung unterstützt worden. Dabei ist das türkische Unternehmen noch relativ jung. Ihr Vorsitzender, Sebahattin Yıldız, stieg mit dem Kauf des Unternehmens Söğüt Seramik im Jahr 2003 in die Geschäftswelt ein. 2004 übernahm sie im Zuge einer staatlichen Privatisierungsaktion das Unternehmen Eti Gümüş. Die Holding bezahlte 41 Millionen Dollar. Eti Gümüş ist mittlerweile 500 Millionen Dollar Wert.

Die Türkei ist seit 2001 im Bereich der Goldgewinnung tätig und versucht sich von der Abhängigkeit des Goldimports zu lösen. Deshalb investiert das Land auch in die heimische Goldindustrie. 2012 wurde ein Produktionsvolumen von 29,5 Tonnen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar erzielt. Für türkische Verhältnisse ist das ein Rekordgewinn (mehr hier). In den kommenden zehn Jahren sollen in Kayseri, Bilecik, Balıkesir, Çanakkale, Konya, Artvin, Sivas, Ağrı, Bursa, Yozgat, Ordu, Malatya und Erzurum weitere 20 neue Goldminen für den Erzabbau eröffnet werden.

Der türkische Energieminister, Taner Yıldız, glaubt an größere Möglichkeiten einer türkisch-afghanischen Wirtschaftskooperation. Sein Augenmerk hat er dabei auf den Erdbodenschätzen Afghanistans, die man im Verbund mit afghanischen Unternehmen auskundschaften könne. Zuvor hatte die staatliche türkische Mineralölgesellschaft, TPAO, Bohrlizenzen in Nordafghanistan erhalten. Sie wird dort mit ihren Partnern Kuwait Energy, Dragon Oil und der Afghan Ghazanfer Group aktiv sein. Es werden Roh-Öl-Reserven in Höhe von einer Milliarde Barrel vermutet. Nordafghanistan ist mehrheitlich von Tadschiken besiedelt. Der Aktivismus der Türkei im Bereich der Roh-Öl-Gewinnung ist verständlich, da aufgrund ihrer wachsenden Wirtschaft die Nachfrage nach Energieressourcen ebenfalls ansteigt (mehr hier).

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