Zweites türkisches AKW: Jetzt steigt Frankreich in den Bieter-Ring

Das französische Unternehmen GDF Suez hat offiziell ein gemeinsames Angebot mit den japanischen Unternehmen Itochu und Mitsubishi für den Bau des zweiten türkischen Kernkraftwerks abgegeben. Die Kosten für das umstrittene Vorhaben sollen sich nach derzeitigen Schätzungen auf satte 25 Milliarden US-Dollar belaufen.

Derzeit stehen Angebote aus Japan, Südkorea, China und Kanada in der engeren Auswahl für den Bau des zweiten türkischen 5.000-Megawatt-Kernkraftwerks in der Schwarzmeer-Provinz Sinop. Auch Frankreich hatte vor einiger Zeit Interesse an dem Vorhaben bekundet, das bei der türkischen Bevölkerung nur bedingt auf Zustimmung stößt (mehr hier). Während der Türkeivisite der französischen Ministerin für Außenhandel, Nicole Bricq, im vergangenen Januar, wurde schließlich bekannt, dass man ein Angebot abgeben wolle (mehr hier).

Konkrete Gespräche über die Anlage, so Vertreter des türkischen Ministeriums für Energie und von GDF Suez zur Nachrichtenagentur Reuters, hätten bereits in der vergangenen Woche in Ankara stattgefunden. „Falls es mit dem türkischen Energieministerium nicht zu einer Einigung über Sinop kommt, wird das selbe Konsortium einen Vorschlag für das dritte Kernkraftwerk, das die Türkei plant, einreichen“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet die Bieter. Von der anderen Seite heißt es derweil, dass die Diskussionen über das Angebot des Konsortiums begonnen hätten und die Vorschläge ausgewertet würden.

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Bereits am 20. Februar dieses Jahres erklärte der türkische Energieminiser Taner Yıldız, dass der Entscheidungsprozess über die vorliegenden Angebote bald abgeschlossen sein würde. Er wies allerdings auch darauf hin, dass erst kürzlich zwei Länder in den Bieterprozess eingestiegen seien und den Wettbewerb noch einmal intensiviert hätten. Derzeit, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Bezug auf Ministeriumsquellen, scheinen die Angebote des französisch-japanischen Zusammenschlusses sowie aus China die Spitzenreiter zu sein.

Schon einmal, so schreibt das Blatt weiter, hätten zwei französische Unternehmen ihren Wunsch geäußert, sich am türkischen AKW-Projekt zu beteiligen. Die Türkei weigerte sich jedoch auf Grund der politischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern rund um das Jahr 1915 (mehr hier). Auch beim Nabucco-Projekt hätten französische Firmen wegen der Völkermord-Gesetzgebung in der Heimat das Nachsehen gehabt. Derzeit erleben die beiden Staaten jedoch wieder eine Phase der Annäherung. So hat Frankreich unter anderem seine langjährige Blockadehaltung hinsichtlich eines EU-Beitritts der Türkei aufgegeben.

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