Tschetschenischer Despot zeichnet Frau für Tötung von Islamisten aus

Der Präsident der Republik Tschetschenien, Ramzan Kadyrow, feiert eine tschetschenische Frau, die vor neun Jahren vier Salafisten getötet hat. Sie diene als Vorbild für die tschetschenische Gesellschaft. Der Islamismus ist ohne Zweifel ein sicherheitspolitisches Problem in der kaukasischen Republik. Doch auch Kadyrow ist alles andere, als ein Demokrat.

Der tschetschenische Präsident, Ramzan Kadyrow, hat vergangene Woche einer Frau die höchste Auszeichnung der Republik, die Kadyrow-Auszeichnung, verliehen. Die Mutter von vier Kindern, Lilia Asukhanowa, soll 2004 vier Wahabiten getötet haben.

Zuvor waren die vier Männer in das Haus eingedrungen und hatten den Ehemann der Frau getötet. Ihr Mann gehörte zu den örtlichen Gesetzeshütern, berichtet die Moscow Times. Die vier Männer sollen nach Geld und Gold gefragt haben. Doch davon war nichts im Haus zu finden. Somit entschieden sich die Männer die einzige Habe der Familie, ein Fahrzeug der Marke Lada Samara, mitzunehmen. Asukhanowa soll dann das Maschinengewehr ihres Ehemannes genommen und auf die Islamisten geschossen haben. Keiner von ihnen überlebte. Kadyrow umschrieb Lilia Asukhanowa bei der Zeremonie als „wahre tschetschenische Mutter“ und überschrieb ihr eine drei-Zimmer Wohnung. Tatsächlich stellt der Islamismus in den autonomen Republiken der Russischen Föderation eine Gefahr dar. So versuchen Islamisten neben dem Kaukasus und der Wolga-Region verstärkt junge Männer aus Tatarstan zu rekrutieren (mehr hier).

Doch auch dem pro-russischen Ramzan Kadyrow werden von internationalen Menschenrechtsorganisationen, schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen und Auftragsmorde vorgeworfen. Einem Bericht der Organisation Human Rights Watch zufolge betreiben seine Sicherheitskräfte „systematische Folter“ gegen Regime-Kritiker und politische Gegner. Die Vorsitzende der Moskauer Helsinki-Gruppe, Lyudmila Alexeyewa, meint, dass Kadyrow für Entführungen mit anschließenden Ermordungen verantwortlich sei. Die Entführung und Ermordung der Menschenrechtsaktivistin Natalya Khusainowna Estemirowa soll auch auf sein Konto gehen. Beweise gab es bisher nicht.

Der Despot hat in Tschetschenien zwei politische Kontrahenten, die ernst zu nehmen sind. Zum Einen gibt es den Islamisten Dokku Umarow, der den Salafisten zuzuordnen ist. Er rief 2007 das „Kaukasische Emirat“ aus und stellt politische Machtansprüche auf Tschetschenien und weitere Gebiete des Kaukasus. Zum Anderen gibt es den Premierminister der tschetschenischen Exilregierung, Ahmed Sakajew, der eine friedliche Lösung des Tschetschenien-Konflikts herbeiführen will. Das geht aus dem österreichischen Verfassungsschutzbericht 2009 hervor. Dort wird auch erwähnt, dass „schwere Menschenrechtsverletzungen, Entführungen, Misshandlungen, wie auch Tötungen in Tschetschenien“ nach wie vor an der Tagesordnung sind.

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