Türkei: 2000 PKK Kämpfer legen Waffen nieder

Nach Öcalans Friedens-Aufruf an die PKK, soll nun ein geordneter Rückzug von 2000 PKK-Kämpfern in den Irak stattfinden. Hierzu wird eine Beobachtergruppe aus türkischen Geheimdienstlern und Parlamentariern gegründet. Sie soll den Vorgang moderieren. Doch noch ist unklar, ob der europäische Flügel der PKK den Friedensprozess unterstützt.

Wenn bis zum 21. März die Gefechte zwischen der PKK und dem türkischen Militär  eingestellt werden sollten, könnten sich 2000 PKK-Kämpfer in den Irak zurückziehen. Diese zweite Phase der Friedensverhandlungen soll unter der Moderation einer Beobachtergruppe stattfinden, berichtet das Nachrichtenportal Haber 10. Die Beobachtergruppe wird aus Beamten des türkischen Nachrichtendienstes (MIT) und Abgeordneten des türkischen Parlaments bestehen. Dazu sollen auch Abgeordnete der CHP und MHP gehören. Es wird ein „kontrollierter Rückzug“ stattfinden.

Der inhaftierte Führer der PKK, Abdullah Öcalan, sagte Ende Februar in einem offenen Brief, dass alle bewaffneten PKK-Kämpfer bis zum 15. August ihre Waffen niederlegen und sich in den Irak zurückziehen sollen (mehr hier).

Vergangene Woche verkündete der Führer der PKK im Kandil-Gebirge (Südost-Türkei), Murat Karayılan, dass alle türkischen Geiseln, die die PKK im Südosten der Türkei in ihrer Gewalt hat, innerhalb von zehn Tagen freigelassen werden. Bei den Geiseln handelt es sich um türkische Soldaten (mehr hier). Auffällig ist die Untergebenheit der PKK-Mitglieder und BDP Abgeordneten. Die Aufrufe Öcalans werden nahezu wörtlich umgesetzt. Offenbar hat der PKK-Führer nicht nur ein enormes Ansehen bei den kurdischen Nationalisten, sondern auch – trotz seiner Inhaftierung – einen großen Einfluss. Er ist die Schlüsselfigur im Friedensprozess zwischen der PKK und der Türkei.

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