Stalin: Mehrheit der Russen sehnen sich nach dem Diktator

Eine Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts „Lewada Zentrum“ kommt zum Ergebnis, dass Stalin nach wie vor beliebt ist in Russland. Die Mehrheit Russen sehen Stalins politische Rolle positiv. Denn er habe Russland zu einer Weltmacht gemacht.

Die Russen lieben Josef Stalin. Das Lewada-Zentrum in Moskau ist im Rahmen einer Umfrage zu diesem Ergebnis gelangt. Ungefähr die Hälfte aller Russen haben ein positives Verhältnis zum ehemaligen Diktator der Sowjetunion. Nur 32 Prozent verbinden Negatives mit ihm. Das ist keine neue Erkenntnis. Schon 2008 führte der russische Fernehkanal „Rossija“ eine Online-Umfrage durch. Gefragt wurde nach den wichtigsten Persönlichkeiten der Geschichte Russlands. Es beteiligten sich 4,5 Millionen Bürger. Stalin erhielt mit einer Zustimmung von zehn Prozent den dritten Platz. Vor ihm lagen nur der Reformer Pjotr Arkadjewitsch Stolypin und als wichtigste historische Persönlichkeit, der mittelalterliche Nationalheilige, Fürst Alexander Newski. Stalin ließ in der Rangliste sogar Peter den Großen, Alexander Puschkin oder Leo Tolstoi zurück.

Josef der „Stählerne“ verkörpert für viele Russen nicht nur den starken Staatsmann, der die Nazis besiegt hat, sondern noch viel mehr. Die weitgehende Industrialisierung der Sowjetunion und den Aufstieg zur Weltmacht haben die Russen dem gebürtigen Georgier aus Gori zu verdanken. So denkt auch die 50-jährige Anwältin, Larisa Tokunova. „Stalin war ein Genie, der aus der Sowjetunion eine Supermacht gemacht hat“, zitiert sie die Nachrichtenagentur Australian Associated Press. Der russische Geschäftmann, Roman Fomin, sieht das ähnlich, wenn auch mit Einschränkung. Natürlich habe Stalin eine repressive Politik betrieben. Doch das dürfe kein Anlass dafür sein, die erreichte Größe Russlands zu überschatten.

Ulrich Heyden vom Südkurier stellt fest, dass eine „schleichende Heroisierung“ Stalins stattfinde. Nur noch eine Minderheit der Russen verbinde „Angst und Schrecken“ mit dem ehemaligen Diktator. Auch in den Medien gebe es einen Rückgang bei den Berichten über Stalins Verbrechen. Doch der Stalin-Sehnsucht des russischen Volkes liege der Wunsch nach einer „starken Hand“ zugrunde. Man hoffe auf eine Autorität, die aufräumt mit den Missständen im Land. Die Bekämpfung der Korruption sei den russischen Bürgern ein besonderes Anliegen.

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