Vor den Augen der Türken: Emir von Katar schnappt sich sechs griechische Inseln

Der Verkauf von sechs unbewohnten griechischen Inseln an den Emir von Katar ist zum Abschluss gekommen. Das krisengebeutelte Land versucht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Gelder in die Staatskasse fließen zu lassen. Doch bei den türkischen Kaufinteressenten zeigen sich die Griechen desinteressiert.

Das wird der Türkei gar nicht schmecken. Der Emir von Katar, Hamad bin Chalifa Al Thani, hat dem verschuldeten Griechenland sechs Inseln abgekauft. Die Inseln befinden sich im Ionischen Meer. 8,4 Millionen Euro hat sich der Emir das Ganze kosten lassen. Sie sollen als Residenzen für seine drei Frauen und seine 24 Kinder dienen. Die Inseln seien ihm vor einigen Jahren auf einer Yacht-Tour aufgefallen.

Insgesamt 18 Monate musste er auf die Übergabe der Inseln warten. Die griechische Bürokratie sei etwas langsam gewesen. Es dauere nun einmal, bis der „Papierkram“ erledigt sei. Da mache es keinen Unterschied, ob man der Emir von Katar sei oder ein durchscnittlicher Bürger, meint der Bürgermeister von Ithaka im Gespräch mit The Guardian.

Österreich empfiehlt Verkauf der Inseln an die Türkei

Vergangenes Jahr hatten türkische Zeitungen getitelt, dass die Griechen ihre Inseln loswerden wollen, um eine Staatspleite abzuwenden. Der Vorsitzende der Österreichischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, hatte Griechenland empfohlen die unbewohnten Inseln an die Türken zu verkaufen (mehr hier).

Dies sei in erster Linie keine finanzpolitische Lösung, sondern habe eine tiefergehende Bedeutung. „Es geht um die Symbolik: dass ein Land, das dringend Hilfe braucht, bereit ist, ein Stückchen seiner Souveränität abzugeben“, erklärte Leitl. Zudem sah er darin eine Möglichkeit, das Zypern-Problem zu entschärfen, um eine Lösung des politischen Konflikts zu erzielen. Die Griechen stuften diesen Vorschlag als eine Verletzung der nationalen Ehre ein.

Türkische Interessenten bemühen sich vergebens

Tatsächlich sind türkische Geschäftsmänner interessiert an den griechischen Inseln. Sie möchten Inseln mieten oder erwerben, um das Tourismusangebot der Türkei zu erweitern. Fikret Inan, Chef des türkischen Baukonzern Fiyapi, erklärte bereits 2011, dass er plane, 80 Millionen Euro in Hotels und Ferienresidenzen zu investieren. Anschließend soll ein privater Fährservice vom türkischen Festland angeboten werden. Doch bisher ist ihm der Kauf nicht gelungen. Seit zwei Jahren bemüht er sich.

Die Türkei sieht Griechenland als Tor nach Europa und strebt vor allem eine wirtschaftliche Expansion an. Wirtschaftlicher Einfluss auf dem Euro-Markt könnte den Handel für türkische Unternehmen erheblich erleichtern. Zu Beginn des Jahres 2013 bot die türkische Ziraat Bank sogar an, griechischen Landwirten Kredite in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro zu gewähren, falls die griechische Regierung diesem Vorhaben zustimme. (mehr hier).

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