Rückgabe aus Deutschland: Krösus-Goldbrosche geht zurück an die Türkei

Die geflügelte Seepferdchen-Brosche, eines der wertvollsten Stücke des Krösus-Schatzes, ist am vergangenen Mittwoch in die Türkei zurückgekehrt. Das Kleinod wurde bereits im Jahr 2005 aus einem Museum in der Türkei gestohlen. Erst vor kurzem war der Schmuck in Deutschland aufgetaucht.

Für Kunstliebhaber klang die Nachricht des türkischen Ministers für Kultur und Tourismus Ertuğrul Günay wie Balsam auf der Seele. Im vergangenen November verkündete er, dass die berühmte Krösus-Goldbrosche nach Jahren der Ungewissheit in Deutschland aufgetaucht sei. Schon bald, so Günay, würde sie in die Türkei zurückkehren. Wie das edle Stück wiederentdeckt wurde, darüber ließ er nichts verlauten, seine Ankündigung wurde jetzt allerdings war. Das Schmuckstück aus dem Krösus-Schatz ist zurück. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Umstände des Fundes sind ungeklärt

Die Brosche, so heißt es weiter, habe einen Wert von mehreren Millionen türkische Lira. Gestohlen wurde sie vor gut acht Jahren aus dem Uşak Archäologie Museum, wo sie in einer Ausstellung zu sehen war. Irgendwann zwischen März und August 2005, so das Blatt, sei sie dann durch eine Fälschung ausgetauscht worden. Ein türkisches Gericht hatte den Direktor des Museums bereits im Jahr 2009 wegen Diebstahls und Unterschlagung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Auch mehrere Mitbeschuldigte erhielten Gefängnisstrafen. Bis zur Wiederentdeckung in Deutschland wusste niemand etwas über den Verbleib des Originals.

Rechtsstreit mit dem Metropolitan Museum of Art

Schon im November, so ließ Ertuğrul Günay damals die Öffentlichkeit wissen, sei eine Vereinbarung zwischen den deutschen und den türkischen Behörden geschlossen worden. Der Krösus-Schatz, eine Sammlung von Artefakten aus der Zeit von König Krösus‘ Herrschaft des lydischen Königreich zwischen 560 und 547 v. Chr., ist im Uşak Archäologie Museum zu bestaunen. Der Schatz enthält 363 wertvolle Artefakte, die aus Uşak-Provinz im Westen der Türkei stammen. Zudem waren sie von 1987 bis 1993 Gegenstand einer juristischen Auseinandersetzung zwischen der Türkei und dem Metropolitan Museum of Art in New York. Die Artefakte wurden 1993 in die Türkei zurückgegeben, nachdem das Museum eingestanden hatte, dass man wusste, dass einige Objekte Diebesgut gewesen seien.

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