Stellvertretender Premier: Minderheiten sollen in die Türkei zurückkehren

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç hat Angehörige von Minderheiten, die in der Vergangenheit auf Grund schlechter Behandlung die Türkei verlassen haben, aufgefordert, wieder zurück zu kehren. Gerade die unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Minderheiten würden doch den Reichtum des Landes ausmachen.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç, der sich gerade zu einer insgesamt viertägigen Visite in der Bundesrepublik aufhält, nahm am vergangenen Dienstag ein einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundetags, Johannes Kahrs sowie an der Konferenz des Internationalen und Interkulturellen Dialog-Instituts teil. Dort verwies der Vizepremier im Zuge seiner Rede auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Minderheiten in der Türkei durch die türkische Regierung hin, die für eine Ausweitung ihrer Rechte gesorgt habe. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Minderheiten sollen sich als Teil der Türkei fühlen

Arınç schlug betont versöhnliche Töne an. Er stellte heraus, dass die Türkei sowohl im Land als auch in der Region und auf der Welt einen dauerhaften Frieden wolle. Sie unterstütze daher das Recht der Menschen, ihre Religion frei auszuüben. Weltweiter Frieden und Brüderlichkeit könnten seiner Meinung nach nur durch einen Dialog aufrechterhalten werden und nicht durch die Herrschaft einer Religion über andere oder einer anderen Kultur. Erreicht werden könnte dies vielmehr nur durch gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz.

Gleichzeitig wies der stellvertretende Ministerpräsident Behauptungen zurück, wonach der Islam nicht mit der Demokratie vereinbar sei. Der Islam, so Arınç, schütze, wie auch andere Religionen, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden. So haben man in der Türkei etwa keine Probleme mit Christen, Buddhisten oder Hindus. Auch mit jüdischen Gläubigen wolle man nur Frieden und Brüderlichkeit. Noch einmal wies er in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die türkische Regierung erst kürzlich 165 Liegenschaften an Minderheiten in der Türkei zurückgegeben habe (mehr hier). Ankara habe dies ohne jegliche Erwartungshaltung getan. Die Minderheiten sollten sich lediglich wieder als Teil der Türkei sehen. Darüber hinaus hätten die Behörden die Renovierung von fünf Kirchen im Land bereits abgeschlossen, während die Sanierung von zwei Synagogen und vier weiteren Kirchen noch im Gange sei. Auf den Friedhöfen herrscht allerdings keine Gleichberechtigung (mehr hier).

Unterschiede kein Makel, sondern Reichtum für die Türkei

„Ich möchte, dass die Menschen unterschiedlicher Religionen in Frieden in meinem Land leben und ich möchte, dass diejenigen, die der Türkei aufgrund von Fehlern [von Behörden] den Rücken gekehrt haben, in die Türkei zurückzukehren“, so Arinc. Die türkische Regierung tue ihr Bestes, um alle Arten von Problemen, mit denen religiöse Minderheiten konfrontiert werden, zu lösen. Man betrachte die unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Minderheiten als Reichtum für die Türkei.

An diesem Mittwoch steht die Konferenz „Wandel der Türkei- Vision für 2023 und Europa“ in Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer Stiftung und der Humboldt-Universität auf dem Deutschland-Programm von Vizepremier Arınç.

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