Pferdefleischskandal: Ikea stoppt Hotdog-Verkauf in Russland

Nach zwei positiven Proben auf Pferdefleisch hat die Möbelkette Ikea den Verkauf von Hot-Dogs in Russland gestoppt. Auch in anderen Ländern wurden zuvor Hot-Dogs mit Pferdefleisch-Anteilen entdeckt. Dort erfolgte der Verkaufsstopp schon Ende Februar. Der Hot-Dog-Fund bei IKEA reiht sich damit ein in eine lange Kette von Fleischskandalen der vergangenen Wochen.

Der europaweite Fleischskandal reißt nicht ab. Nun sind auch die beliebten Ikea Hot-Dogs in Russland betroffen. Die schwedische Möbelkette hat ihren kompletten Hot-Dog-Bestand aus ihrem Sortiment in Russland zurückgezogen. Damit wurde, so berichtet die türkische Zeitung Hürryiet, bereits zum zweiten Mal Pferdefleisch in Würstchen entdeckt. Ende Februar tauchten aus Österreich stammende Würstchen auf, die Spuren von Pferdefleisch enthielten.  Laut den Begleitdokumenten, so berichtete Ria Novosti, seien die Würstchen zu 100 Prozent aus Rindfleisch hergestellt. Betroffen waren dem Medium zufolge gut 20 Tonnen. Der Verkauf von Pferdefleisch ist in Russland zwar erlaubt. Voraussetzung ist eine genaue Kennzeichnung der Produkte. „Es werden weitere Proben entnommen“, erklärte IKEA in einer Mitteilung, die dem Medium vorliegt. Die Möbelkette hat insgesamt 14 Einkaufszentren in Russland. Durchschnittlich besuchen 227 Millionen Russen die IKEA-Shops.

Mandeltorten und Köttbullars bereits betroffen

Zuvor wurden in Deutschland und in 22 weiteren Ländern Mandeltorten und Hackfleischbällchen aus dem IKEA-Sortiment genommen. In den Mandeltorten entdeckte man einen hohen Anteil an Darmbakterien (mehr hier). In den so genannten Köttbullars wurden ebenfalls Spuren von Pferdefleisch nachgewiesen. Im Zuge des europaweiten Pferdefleischskandals hatte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg angekündigt, die Kontrollen für die Produktion und Verarbeitung von Fleisch, innerhalb der EU zu verschärfen. Er schließe die Einführung von regelmäßigen DNA-Tests für Fleisch nicht mehr aus (mehr hier). Die Gesundheit der Verbraucher stehe im Vordergrund.

Im Zusammenhang mit dem Pferdefleischskandal berichtete die Online-Zeitschrift „Animal Health Online“, dass auch Biofleisch Risiken in sich birgt (mehr hier). Bei Untersuchungen an Schlachtschweinen aus Freilandhaltung haben spanische Wissenschaftler in den Blutproben von mehr als 73 Prozent der Tiere Hinweise auf eine Salmonelleninfektion gefunden. Bei 58 Prozent der Freilandschweine fanden sich sogar Hinweise auf einen Katzenparasiten (Toxoplasma gondii).

Bio-Schwein und Döner bleiben nicht verschont

Damit bestätigen die spanischen Forscher die Daten von US-Wissenschaftlern des Agricultural Research Service. Diese hatten Blut- und Gewebeproben von Bio-Schweinen aus Freilandhaltung untersucht. In 30 von 33 Blutproben konnten dabei Antikörper gegen denselben Katzenparasiten gefunden werden. Die Wissenschaftler sehen daher ein potentiell erhöhtes gesundheitliches Risiko durch den Verzehr von Bio-Schweinefleisch.

Sogar deutsche Dönerbuden wurden mit in den Fleischskandal hineingezogen. Im Rahmen von 20 Stichproben fand ein Team des Fernsehsenders RTL raus, dass einige Döner, Anteile von Schweinefleisch und Pferdefleisch aufwiesen (mehr hier). Ein Umstand, den vor allem muslimische Mitbürger, die kein Schweinefleisch verzehren, zustätzlich verärgert hatte. Denn Döner werden eigentlich aus Rind- oder Lammfleisch beziehungsweise auch aus Puten- oder Hühnerfleisch hergestellt. Der Vorsitzende des Islamrats der deutschen Bundesrepublik, Ali Kızılkaya, erklärte darauf hin, dass Schweinfleisch in Döner sogar ein „doppelter Betrug“ sei (mehr hier).

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