Weltfrauentag: Zahl der weiblichen Beschäftigten in der Türkei geht zurück

Trotz zahlreicher Bemühungen in der Türkei, für eine Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben zu sorgen, ist die Rate der Frauen innerhalb des türkischen Arbeitswelt um ganze zehn Prozent zurückgegangen. Das gab Zahidul Huque vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) bekannt.

Obschon in der Türkei in den vergangenen zehn Jahren lobenswerte Schritte unternommen worden seien, um eine Gleichstellung der Geschlechter in der hiesigen Arbeitswelt zu erreichen, sank der weibliche Anteil an der Erwerbsbevölkerung um ganze zehn Prozent. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf Zahidul Huque vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA).

Waren im Jahr 2000 noch 40 Prozent Frauen auf dem türkischen Arbeitsmarkt vertreten, sei deren Anteil im Jahr 2012 auf gerade einmal 27 Prozent bzw. bis Anfang 2013 auf unter 30 Prozent abgesunken, so Huque im Gespräch mit dem Medium. Als mögliche Gründe führte der Fachmann einen Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen und die schrittweise Entwicklung hin zum Konservativismus in der Türkei an. Auf der einen Seite hätte die Türkei signifikante Forschritte hinsichtlich der Gesetzgebung über die Rechte der Frauen, Bildung und Gesundheit gemacht. Auf er anderen Seite wäre sie in einigen Punkten, wie etwa beim Index für geschlechtsspezifische Ungleichheit, zurückgefallen.

Frauen in der Türkei: Kaum politische Repräsentation

Die Türkei rangiert laut besagtem Index für geschlechtsspezifische Ungleichheit (GII) derzeit auf Rang 77 von insgesamt 146 Ländern. GII dient als Instrument, um Fortschritte bei der Gleichbehandlung und somit bei der Entwicklung einzelner Länder zu dokumentieren. Er beleuchtet, wie sich die Errungenschaften auf Frauen und Männer unterschiedlich verteilen. Gemessen werden etwa Inidikatoren wie Müttersterblichkeit oder auch Sitze von Frauen in Parlamenten. Warum die Türkei hier nur im Mittelfeld liegt, begründet Huque wie folgt: „Die Türkei liegt weit hinten bei der politischen Partizipation von Frauen in der Entscheidungsfindung. Das Niveau der politischen Repräsentation im Parlament ist nur bei 1,14 Prozent und weniger als zwei Prozent in der lokalen Regierung.“ Darüber hinaus sei es nach wie vor schwierig, Frauen in gewissen Sektoren unterzubringen. Dies gelte vor allem in der Oberschicht und im nicht-landwirtschaftlichen Sektor (mehr hier).

Auch um die Chancengleichheit für Frauen in Führungspositionen stünde es nicht mehr zum Besten. Einst hätte die Türkei sogar eine weiblichen Premierministerin, eine Innenministerin und weibliche Vertretungen vor dem Obersten Gerichtshof gehabt. „Doch heute gibt es nur noch eine Ministerin und eine Gouverneurin. Sie sehen, dass Frauen in diesem Land nicht wirklich in den Top-Positionen sind“, fasst der Fachmann zusammen (mehr hier).

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