Pinar Selek: In Frankreich ein Symbol für den Weltfrauentag

Die Stadt Straßburg steht hinter der türkischen Soziologin und Menschenrechtsaktivistin Pinar Selek. Auf einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am 8. März wurde die in ihrer Heimat zu lebenslanger Haft verurteilte Schriftstellerin als Symbol des Kampfes für die Rechte der Frauen vorgestellt.

Im Zuge einer Veranstaltung zum Weltfrauentag in Straßburg wurde Pinar Selek in den Kontext der wohl bekanntesten Vorreiterinnen für Frauenrechte gestellt. Genannt wurde sie in einem Atemzug mit der Revolutionärin und Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791, Olympe de Gouges, der Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir, sowie der deutschen Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Das Event fand unter der Federführung von Bürgermeister Roland Ries (PS) statt. Der Politiker samt seiner Parteimitglieder der Parti socialiste nutzten die Gelegenheit und erklärten noch einmal öffentlich ihre volle Solidarität mit Pinar Selek. „Ich will keine Heldin sein. Die Tortur, die ich durchgemacht habe, hat unsere Solidarität für Gerechtigkeit und Gleichheit verstärkt. Was in der Türkei passiert ist, ist eine Beleidigung für jeden“, so Selek, die das verheerende Urteil im Januar sichtlich geschockt hatte.

Die in Straßburg lebende Soziologin wurde am 24. Januar dieses Jahres in Abwesenheit überraschend von der 12. Kammer des Istanbuler Gerichts wegen Beteiligung an einem Bombenanschlag zu einer lebenslangen Haftstrafte in der Türkei verurteilt. Zuvor war sie vom gleichen Richter bereits dreimal freigesprochen worden. Der Aanschlag ereignete sich am 9. Juli 1998 auf dem Ägyptischen Basar in Istanbul. Sie soll die Tat gemeinsam mit Abdülmecit Öztürk ausgeführt haben, der ebenfalls lebenslang ins Gefängnis soll. Sieben Menschen wurden bei dem Anschlag getötet und weitere 127 verletzt. Zum Zeitpunkt der Tat war Pınar Selek 25 Jahre alt und mutmaßliches Mitglied der PKK. Zuvor hatte sich auch Günter Grass für sie eingesetzt (mehr – hier). Bereits wenige Tage nach dem Richterspruch kündigte Selek an, darum zu kämpfen, in ihr Land zurück zu kehren.

Zum jüngsten Prozess in der Türkei waren Vertretere 30 nicht-staatlicher Organisationen und politischer Gesandte aus Frankreich, wie etwa Straßburgs Vizebürgermeisterin Anne-Pernelle Richardot und vier Delegierte der Universität der Stadt, nebst Menschenrechtsaktivisten aus Deutschland, Italien und Österreich angereist.

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