Miss Russland mit Köpfchen: Studentin stellt sich hinter Pussy Riots und gegen Putin

Tritt die neue Miss Russland in die Fußstapfen von Wladimir Putins Patentochter Xenia Sobtschak? Nicht nur die schöne Blonde gilt seit einiger Zeit als eine seiner schärfsten Kritikerinnen, auch die erst 18-jährige Elmira Abdrazakowa hat offenbar keine Scheu, dem umstrittenen Präsidenten zu widersprechen.

Den 2. März 2013 wird die 18-jährige Elmira Abdrazakowa wohl so schnell nicht vergessen. Die schöne Studentin wird in Moskau zur Miss Russland gekürt. Nur wenige Tage später beweist die junge Frau im russischen Rundfunk, dass sie Köpfchen und vor allem Mut besitzt. Öffentlich stellte sie sich am vergangenen Samstag auf die Seite der russischen Protest-Punkband Pussy Riot und verurteilte die Inhaftierung zweier Mitglieder in einem sibirischen Straflager. Zwei Jahre in einer solchen Anstalt, das empfindet die Tatarin als zu hart. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Zwei Jahre Straflager sind „zu hart“

Zwar sei auch für sie die russische Kirche „heilig“ und das im Februar 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche abgehaltene Protestgebet der Musikerinnen „inazeptabel“, das Urteil über Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina aber eindeutig „zu hart“. Die 18-jährige, deren Wahl zur Miss Russland übrigens nicht unumstritten war, hätte für die verurteilten Frauen stattdessen einen anderen Weg vorgesehen. Ihrer Meinung nach hätte erreicht werden müssen, dass diese ihre Weltsicht änderten.

Mit ihren ungewöhnlich offenen und vor allem in Russland seltenen Worten kritisiert die Schulabsolventin indirekt auch Präsident Wladimir Putin gegen den sich das Protestgebet der Pussy Riots ebenfalls richtete. Die Verurteilung von Tolokonnikowa und Aljochina hat international für einen Aufschrei des Entsetzens gesorgt. Auch Stars wie Madonna oder Sting solidarisierten sich mit den Mitgliedern der Punkband.

Xenia Sobtschak bekommt langen Arm des Kremls zu spüren

Was Kritik an Putin in Russland bedeuten kann, das erfuhr auch seine Patentochter Xenia Sobtschak am eigenen Leib. Die 31-jährige machte sich in Russland zunächst als Party-Maus einen Namen, die immer wieder Vergleiche mit ihrem US-amerikanischen Pendant Paris Hilton heraufbeschwor. Mittlerweile ist die junge Frau, deren Vater Anatoli Sobtschak einst Mentor des heutigen starken Mannes in Russland war, zur Ikone der russischen Opposition emporgestiegen. Sie bekam immer wieder den langen Arm des Kremls zu spüren und wurde zuletzt im Dezember 2012 nach einer Demonstration festgenommen. Auch in der Türkei kann Kritik böse enden (mehr hier).

Im Februar zuvor sorgte das Petersburger Glamourgirl mit einem erschütternden YouTube-Video für Aufsehen. Das Video der Fernsehmoderatorin verspottete die umstrittenen Clips, mit denen russische Prominente Wahlwerbung für Putin betrieben hatten. Zugleich war es eine ironische Anspielung auf die Gerüchte, dass der Präsidentschaftsbewerber die Stars seines Landes zu solchen Statements gedrängt haben soll. Xenia Sobtschak stellte am 22. Februar 2012 das streitbare Video auf YouTube. Bereits nach einer Woche hatte der Clip fast zwei Millionen Klicks erzielt.

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