Feuer in Deutsch-Türkischem Kulturverein: Acht Menschen sterben

Acht Menschen, darunter sieben Kinder, haben in der vergangenen Nacht bei einem Brand in Backnang ihr Leben verloren. Noch ist die Brandursache unklar. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Anschlag oder Brandstiftung soll es nicht geben. Im Gebäude ist auch ein Deutsch-Türkischer Kulturverein ansässig.

Gegen 4.30 Uhr an diesem Sonntagmorgen schrillten die Alarmglocken. In einem Wohn- und Geschäftskomplex in der Innenstadt von Backnang in der Nähe von Stuttgart war ein Feuer ausgebrochen. Im Erdgeschoss des Gebäudes, eine ehemalige Lederwarenfabrik, ist auch ein Deutsch-Türkischer Kulturverein untergebracht. Acht Menschen sterben in den Flammen, darunter, so bestätigte Bürgermeister Frank Nopper, waren sieben Kinder. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.

Noch ist nicht klar, was den verheerenden Brand, der offenbar in der Nähe eines Ofens im ersten Obergeschoss ausbrach, verursacht hat. Auch die Identität der Opfer, so die Polizei, sei noch nicht geklärt. Nach Angaben eines Polizeisprechers gebe es bis dato zudem keinerlei Hinweise auf Brandstiftung oder gar einen fremdenfeindlichen Anschlag.

Handelt es sich bei den Toten allesamt um Türken?

Die Toten, offenbar Mitglieder einer Großfamilie sollen nach Angaben der türkischen Zeitung Zaman allesamt Türken gewesen sein. Das soll mittlerweile auch vom türkischen Generalkonsul Türker Arı bestätigt worden sein. Auch die Namen der Toten wollen die türkischen Medien bereits in Erfahrung gebracht haben. Angeblich handle es sich um Mutter Nazlı Özcan Soykan (40) und ihre Kinder Hatice Soykan (17), Yılmaz Soykan (14), Abdülkadir Soykan (8), İzzet Soykan (7), Yasin Soykan (6), Ahmet Soykan (3) sowie Murat Soykan (6 Monate alt). Die Familie soll ursprünglich aus Afyonkarahisar stammen. Insgesamt seien 13 Personen in dem Gebäude gemeldet gewesen. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Brandes jedoch tatsächlich darin aufgehalten hätten, sei nicht bekannt.

Erst im vergangenen September, so schreibt das Blatt weiter, habe es einen Brand gleich in zwei Mehrfamilienhäusern in Bremen gegeben. 30 Personen mussten damals ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Wohnungen hätten sich in der selben Straße befunden und seien von Deutschen türkischer Herkunft bewohnt worden. Anders als im aktuellen Fall sei man dort jedoch von Brandstiftung ausgegangen. Insgesamt 29 Menschen erlitten Rauchvergiftungen. Die meisten Verletzten seien Türken, aber auch Personen bulgarischer und arabischer Abstammung, darunter neun Kinder und ein Baby, gewesen. Ein arabischer Teenager sprang aus dem ersten Stock und zog sich dabei ernsthafte Verletzungen zu. Erst im August zuvor gab es einen Brand in Dortmund. Dabei starben drei Kinder einer türkischen Familie.

Mehr zum Thema:

Dramatischer Busunfall in der Türkei: 50 Fahrgäste entkommen nur knapp der Flammenhölle
Drama an der Universität von Galatasaray: Feuer zerstört über 6000 historische Bücher
Drama an türkisch-syrischer Grenze: Fünf kleine Kinder sterben bei Zeltbrand



Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.