Olympia 2020: Türkische Groß-Konzerne machen sich für Istanbul stark

Gut ein halbes Jahr vor der Entscheidung über die Olympischen Spiele 2020 haben sieben türkische Großkonzerne ihre Unterstützung für die Bewerbung Istanbuls signalisiert. Wie der türkische Sportminister Suat Kılıç mitteilt, würden so weitere Sponsorengelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro in die Olympia-Kassen fließen.

„Bis wir die Sponsoren und ihre Unterstützung mit im Boot hatten, haben wir uns allein gefühlt“, so der türkische Sportminister Kılıç während einer im TV übertragenen Konferenz, während der die sieben türkischen Unternehmen, die die Istanbuler Bewerbung unterstützten, vorgestellt wurden. Jetzt, da der private Sektor das Unterfangen mit finanziere, fühle man sich wie eine große Familie. Unter den Gönnern, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, befänden sich unter anderm Koç, Doğuş und Sabancı. Sie alle hätten die Bereitschaft signalisiert, die Last gemeinsam zu schultern.

Nach Angaben des Ministers würden sich die Sponsorengelder der sieben Konzerne auf 2,5 Millionen Euro belaufen. Entscheidend sei hier jedoch nicht nur das Geld, sondern auch die miteinfließende Energie und Moral, so Kılıç.

Ziel 2023: Istanbul soll globales Business Zentrum werden

Die Bewerbung Istanbuls um die Spiele 2020 ist Teil der Bemühungen die Millionenmetropole bis zum Jahr 2023 zu einem globalen Business Zentrum zu machen. „Wir sind der Ansicht, dass die Bewerbung um die Olympischen Spiele eine unschätzbare Chance für unser Land ist und eine wesentliches Element unsere Vision für 2023 zu erfüllen“, so auch Ali Koç, vom größten Mischkonzern des Landes, der Koç Holding. Auch der Bau des weltweit größten Flughafens, ist Temel Kotil, CEO von Turkish Airlines, überzeugt, helfe, die Bewerbung Istanbuls ganz nach vorne zu bringen. Dieser soll bereits 2016 seinen Betrieb aufnehmen und soll über eine anfänglichn Kapazität von 100 Millionen Passagieren über sechs Start-und Landebahnen verfügen (mehr hier). „Zu den Olympischen Spielen 2020 werden 1,5 Millionen Menschen in Istanbul erwartet“, so Kotil weiter. Und diese könne man auch befördern. Die gesamte Infrastruktur der Stadt sei bereit.

Im kommenden September muss sich Istanbul gegen die beiden letzten verbleibenden Konkurrenten Tokio und Madrid behaupten. Erst vor wenigen Tagen erfuhr die türkische Bewerbung einen ordentlichen psychologischen Schub, als Griechenland seine Unterstützung für Istanbul signalisierte (mehr hier). Die Türkei bewirbt sich bereits seit 2000 um die Spiele. Aber keines der bisherigen vier Gebote war erfolgreich.

Olympia 2020 birgt auch Risiken für Istanbul

Doch bei aller gewissenhafter Vorbereitung und Unterstützung finanzkräftiger Sponsoren scheint auch Vorsicht geboten. So zeigte etwa das Beispiel London, dass trotz eines reibungslosen Ablaufs und Begeisterung auf der ganzen Welt nicht alle Erwartungen erfüllt werden können. Schon kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele 2012 kristallisierte sich heraus, dass teure Hotels und eingeschränkte Mobilität während der Olympischen Spiele auf viele Touristen abschreckend gewirkt hatten. Ob sich optimistische Prognosen, wie etwa von Visa Europe, tatsächlich bewarheiten und bis 2015 mehr als fünf Milliarden Pfund, umgerechnet fast acht Milliarden Dollar, durch die Olympischen Sommerspiele an zusätzlicher Wirtschaftsleistung in die britischen Kassen gepumpt werden, scheint fraglich.

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