Flammenhölle in Backnang: DITIB mahnt zur Besonnenheit

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) mahnt nach dem verheerenden Brand mit insgesamt acht Toten im baden-württembergischen Backnang zur Besonnenheit. In der Nacht auf Sonntag waren in einem mehrheitlich von Türken bewohnten Haus eine Mutter und ihre sieben Kinder ums Leben gekommen. Nicht nur in der Türkei wurde darauf hin schnell über einen fremdenfeindlichen Hintergrund spekuliert.

Die Nachrichten hatten sich am vergangenen Sonntagmittag geradezu überschlagen. In den frühen Morgenstunden kam es in der Innenstadt von Backnang in der Nähe von Stuttgart zu einem verheerenden Brand, der einer türkischen Mutter und sieben ihrer Kinder das Leben kostete. Schnell griffen auch die türkischen Medien das Thema auf.  Obschon die Polizei ebenso zügig einen Brandanschlag als auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausschloss, wurden nicht nur dort Befürchtungen laut, dass es eben doch ein solcher gewesen sein könnte. So verwies unter anderem die türkische Zeitung Zaman auf eine ganze Reihe von Bränden, in denen Brandstiftung vorlag und bei denen türkische Bürger involviert waren (mehr hier).

Behörden müssen in alle Richtungen ermitteln

Die Welle des Entsetzens, der Anteilnahme, aber auch der Verunsicherung und Spekulation nimmt die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) zum Anlass die Bürger hier wie dort zur Besonnenheit aufzurufen. „Dies zeigt, welche Aufmerksamkeit und Sensibilität dieser verheerende Brand erfordert. Die Diskussionen darum dürfen nicht erneut einen Keil zwischen die einzelnen Gesellschaftsteile treiben“, so Vorstandsvorsitzender Prof. Izzet Er. Gleichzeitig sei aber auch der Verunsicherung, persönlichen Betroffenheit und Sensibilität türkischer Mitbürger und ihrer Organisationen Rechnung zu tragen. Daher ruft der Dachverband alle Akteure im Zusammenhang mit dem Brand zu Besonnenheit und Umsicht im Umgang mit der Thematik auf.

Gleichzeitig erwarte die DITIB aber auch, „dass die deutschen Ermittlungsbehörden in alle Richtungen gleichermaßen ermitteln und dabei keine Optionen vorschnell außer Acht lassen.“ Nur durch ein rasches, transparentes und glaubwürdiges Ermittlungsergebnis könne unnötigen Spekulationen vorgebeugt werden. Ereignisse wie etwa der Anschlag von Mölln sitzen immer noch tief im kollektiven Gedächntnis (mehr hier).

Derweil will die DITIB den Betroffenen vor Ort beistehen. Wie es in einer entsprechenden Mitteilung heißt, seien unter anderem bereits Vertreter des DITIB-Landesverbandes und der DITIB-Gemeinden, Religionsbeauftragte und Religionsattaches am Ort des Geschehens gewesen und hätten dort wichtige Gemeinde- und Trauerarbeit geleistet.

Opfer von Backnang wurden im Schlaf überrascht

Unterdessen geht für die Behörden die fieberhafte Suche nach der Brandursache weiter. Wie das Handelsblatt an diesem Montag berichtet, könnte die Ermittler dieses Thema gar noch mehrere Wochen beschäftigen. Derzeit komme als Ursache ein „technischer Defekt an einem Holzofen“ infrage, aber auch andere Auslöser seien, so ein Polizeisprecher, denkbar. Erkenntnisse zum Tod der 40-jährigen Frau und ihrer Kinder liegen hingegen bereits vor. Wie das Blatt berichtet, starben die Opfer offenbar im Schlaf- und Kinderzimmer an Rauchvergiftungen und verbrannten dann. Die Polizei gehe davon aus, dass sie im Schlaf überrascht worden seien.

https://www.youtube.com/watch?v=r6wG_do1PrY

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