Oligarch Michail Prochorow: Wird er der nächste russische Präsident?

Der Vorsitzende der russischen Partei „Bürgerplattform“ und Mehrheitseigner des NBA-Teams Brooklyn Nets, Michail Prochorow, sagt, dass seine Partei eine Alternative zur derzeitigen Regierung darstelle. Zudem möchte er bei den nächsten Präsidentschaftswahlen wieder gegen Putin kandidieren. Doch Prochorow vermeidet jedes Risiko und versucht sich gut zu stellen mit dem russsischen Regime.

Der Milliardär Michail Prochorow gehört zu den bekanntesten „Oligarchen“ Russlands. Der zwei Meter Große Basketball-Fan trat bei den Präsidentschaftswahlen 2012 gegen Putin an und verlor. Rund 8 Prozent an Wählerstimmen konnte er einholen und ging somit als Drittstärkster hinter Waldimir Putin dem Kommunisten Gennadi Sjuganow aus den Wahlen hervor.

Anschließend gründete er die Partei „Graschdanskaja plattforma“ („Bürgerplattform“) und möchte mit ihr bei den nächsten Wahlen antreten. Derzeit haben 195 Parteien eine Zulassung beantragt, von denen bisher 34 bei den Regionalwahlen antreten dürfen. Prochorow ist überzeugt von seiner Partei und fordert diesmal die Regierungspartei „Einiges Russland“ unter Dimitrij Medwedew heraus. Dabei verzichtet er auf einen aggressiven Ton. „Ich sehe mich selbst als Alternative“, zitiert ihn Forbes.

Deshalb habe er auch bei den Präsidentschaftswahlen 2012 kandidiert. Wenn es seiner Partei gelingen sollte Erfolge einzufahren, werde er bei den nächsten Präsidentschaftswahlen nochmal kandidieren. Prochorow wird nicht müde, während seiner Interviews zu erwähnen, dass er einen großen Respekt für Putin habe. Denn er ist sich über die negativen Folgen eines Affronts gegen den Kreml sehr wohl bewußt.

Mit der Inhaftierung des Oligarchen Michail Chodorkowski im Jahr 2003 wurde durch das russische Regime ein Exempel statuiert. Er wurde wegen Steuerhinterziehung und Betrugs von einem russischen Gericht schuldig gesprochen. Zuvorgegangen war ein öffentlicher Schlagabtausch mit Präsident Wladimir Putin. Vor laufenden Kameras warf Chodorkowski staatlichen russischen Unternehmen vor, sie seien durchdrungen von korrupten Beamten.

Im Gegenzug sagte Putin, dass man dem nachgehen werde. Doch sei die Korruption in der freien Wirschaft viel verbreiteter. Insbesondere Steuerhinterziehung sei ein Problem. Der russische Präsident drohte damit, dass man auch dem nachgehen werde. Ein halbes Jahr später wurde der Oligarch Chodorkowski inhaftiert und verurteilt.

Wenn man bedenkt, dass nichts in Russland über der Staatsmacht stehen darf, ist  Michail Prochorows verhaltene Kritik an der russischen Regierung verständlich. Er möchte keinen Ärger haben und möchte gleichzeitig an die Macht.

http://www.youtube.com/watch?v=nwEmXjWv66s

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