Hollywood: Türken spielen hinter den Kulissen eine wichtige Rolle

Eines Tages in einer großen Hollywood-Produktion mitwirken - das ist wohl der Traum aller Schauspieler. Für türkische Akteure scheint das, abgesehen von kleinen Rollen, kaum realisierbar. Hinter den Kulissen sieht das jedoch ganz anders aus. Hier spielen sie, mitten im Herzen der Filmindustrie, eine nicht unwichtige Rolle.

Wer hätte das gedacht: So bekannte Blockbuster wie „Avatar,” „Ice Age,” „Superman Returns,” „The Lion King,” „Gladiator,” „Harry Potter,” „The Last Airbender,” „Pirates of the Caribbean,” oder auch „Hugo” sind mit wesentlicher türkischer Beteiligung entstanden – Allerdings in der technischen Crew. Da handle es sich, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, nicht etwa nur um gute Doubles oder Mitarbeiter am Set. Es gehe um echte türkische Spezialisten, die etwa bei der Schaffung von visuellen, digitalen und Spezialeffekten beteiligt gewesen seien. Auch Fragen wie Plakat-Design, Grafik und Filmmusik lägen zuweilen in türkischer Hand. Erst kürzlich begeisterte eine türkische Filmemacherin (mehr hier).

Ihre Geschichten, die davon handeln, wie sie letztlich dort gelandet sind, wo sie eben jetzt sind, sind spannend und klingen zuweilen selbst wie ein gutes Drehbuch. So gäbe es etwa diejenigen, die eine Lehrstelle in einem lokalen Lebensmittelgeschäft hingeworfen hätten, um ihren Traum in Hollywood zu leben. Andere haben ganz klein als Kellner angefangen, während eine dritte Gruppe noch immer dem großen Ziel Hollywood hinterher eifert.

Türken in Hollywood überzeugen durch Fleiß und harte Arbeit

Emrah Yücel (Poster Design), Serkan Zelzele (Special Effects), Burak Yarkent (Special Effects), Rahman Altın (Musik), Coşku Turhan (Visual Effects), Metin Güngör (Digital Effects), Coşku Özdemir (Visual Effects), Hasan Özsüt (musik), Kaan Kalyon (Story Design), Pınar Toprak (Musik), Ozan Karakoç (Graphic Design) und Deniz Hotamışlıgil (Graphic Design) gehören zu den ersten türkischen Namen, die einem zum Thema Hollywood und Erfolg in der Traumfabrik in den Sinn kommen. Yücel etwa ist bereist seit 18 Jahren in Hollywood. Sein eigenes Unternehmen namens „Iconisus“ baute er vor 13 Jahren auf. Dort angestellt sind vor allem Türken und nur einige Amerikaner, Chinesen und Koreaner. Unter seiner Ägide entstand etwas das Poster zu „Dead Man Down“ mit Colin Farrell oder aber das zu „Olympus Has Fallen“ mit Gerard Butler und Morgan Freeman. Daneben ist er im TV-Geschäft tätig und arbeitet parallel für HBO oder auch Fox.

Nach Angaben von Yücel seien die vergangenen zehn Jahre für türkische Schauspieler ziemlich enttäuschend gewesen. In der türkischen Presse sei immer wieder von Akteuren zu lesen, die nach Hollywood gingen. Doch was dann mit ihnen passiere, werde ausgeblendet. So entstünde in der Türkei ein völlig falscher Eindruck.

Ein anderer ist Zelzele. Er zeichnet unter anderem für Special Effects in „Pirates of the Caribbean” und „Superman Returns” verantwortlich, an denen er mit einer großen Crew arbeitet. Mittlerweile schöpft er aus einem immensen Erfahrungschatz an großen Produktionen. Heute lässt er daran auch andere teilhaben, um ihnen so nach oben zu helfen. Aktuell arbeitet er an dem Film „Saava” mit Superstar Milla Jovovich. Daneben hat er ein zweites Standbein rund um das Thema Visual Effects aufgebaut und ist nach wie vor in der Türkei präsent etwa als Regisseur beim Animationsfilm „Evliya Çelebi” oder für Projekte im Auftrag von Samanyolu TV und TRT.

„Wir wollen eine langfristige Stimme in Hollywood haben“

Mit ähnlichn großen Projekten können auch die anderen in dieser Runde aufwarten. Sylvester Stallone, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger – die illustre Liste ist lang. Doch eines stellt Serken Zelzele ganz klar heraus: Ohne Fleiß, kein Preis. Die Arbeit in Hollywood verlange eine Menge Disziplin, Zugang zu wirklich guter Technologie und natürlich sei sie immens zeitintensiv. „Kreativität und die Qualität des Projekts sind natürlich sehr wichtig.“ Man habe ein Büro in Istanbul für die Türkei. Die Büros in Jakarta und Mexiko-Stadt seien noch nicht fertig. „Wir wollen eine langfristige Stimme in Hollywood haben“, so Zelzele entschlossen. Im Jahr 2014, so fährt er fort, wolle man noch mehr türkische Energie in den USA sehen. Gleichzeitig wolle man in Istanbul ein Zentrum für Animation und Spezialeffekte aufbauen.

Dass das durchaus möglich ist, glaubt auch Hasan Özsüt. „Wir haben jetzt wirklich sichtbaren Erfolgmit  unserer Arbeit hinter der Kamera und es sieht so aus, als würde es so weiter gehen. Ich würde wirklich gerne mehr türkische Jugendliche mit originellen Kompositions-Ideen  sehen, die eine Chance in Hollywood bekommen.“ Als Produzenten sind sie bereits findig (mehr hier).

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