Brandanschläge: Türkische Gemeinde will Polizeischutz für Moscheen

Die Türkische Gemeinde Berlin (TGB) weist in einer Mitteilung auf einen aktuellen Brandanschlag gegen eine Berliner Moschee hin. In diesem Zusammenhang wird darauf spekuliert, dass es sich beim Brand in Backgang/Stuttgart auch um einen fremdenfeindlichen Anschlag handeln könnte. Die Institutionen des deutschen Staates werden aufgefordert, Maßnahmen zur Verhinderung solcher Vorkommnisse einzuleiten. Moscheen sollen künftig durch die Polizei geschützt werden.

In einer Mitteilung der Türkischen Gemeinde Berlin (TGB), die den DTN vorliegt, wird der Brandanschlag auf eine Berliner Moschee am vergangenen Freitag verurteilt. Unter diesem Eindruck wird betont, dass die TGB auch bei dem Brand in Stuttgart von einem Brandanschlag ausgeht. Zu derartigen Vorfällen sei es in der Vergangenheit immer wieder gekommen. Deshalb haben die Sicherheitsbehörden die Aufgabe, nachhaltig zu reagieren.

Sollte man stichhaltige Beweise für einen Brandanschlag in Stuttgart finden, so müsse die Justiz und der „Staatsapparat“ zur Aufklärung des Falles zusammenarbeiten. Skandale wie bei den NSU-Morden könne und wolle man nicht mehr hinnehmen. Zudem seien die Sicherheitsbehörden und die Politik dazu verpflichtet, ein „Umdenken hinsichtlich des Schutzes von Moscheen“ einzuleiten.

In Deutschland fanden in den vergangenen Jahren in zeitlich kurzen Abständen Anschläge gegen Moscheen statt. Alleine in der zweiten Jahreshälfte 2010 ist es zu sechs Brandanschlägen gegen Berliner Moscheen gekommen, berichtete die Frankfurter Rundschau.

Die Umstände um den Brand in Stuttgart, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, sind noch unklar (mehr hier). Die Polizei ermittelt. Bei den Opfern handelt es sich um die Mutter Nazlı Özcan Soykan (40) und ihre Kinder Hatice Soykan (17), Yılmaz Soykan (14), Abdülkadir Soykan (8), İzzet Soykan (7), Yasin Soykan (6), Ahmet Soykan (3) sowie Murat Soykan (6 Monate alt).

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