Istanbul: Euro war im Februar lukrativste Währung an der Börse

Der Euro ist zum beliebtesten Finanzmittel bei Investitionen an der Istanbuler Börse (IMKB) geworden. So konnte die Währung in den vergangenen Monaten einen durchgehend positive Realgewinne vorweisen. Die Anleger freut das. Doch bei den Bürgern des Euro-Raums sieht es anders aus. Eine Anti-Euro-Stimmung macht sich breit. Jeder vierte Deutsche ist gegen den Euro.

Das türkische Statistikamt (Turkstat) belegt, dass im vergangenen Februar der Euro als Finanzinstrument and der IMKB, den höchsten Realgewinn vorweisen konnte. Beim Erzeugerpreisindex konnten 1,19 Prozent und beim Preisindex für die Lebenshaltungs-Kosten 0,76 Prozent Gewinne verzeichnet werden. Die monatlichen Realgewinne des US-Dollar schwankten hingegen zwischen 0,59 und 0,65 Prozent.

Schwankungen am IMKB

Doch innerhalb eines Monats hat sich der türkische Aktienmarkt insgesamt in ein tief bewegt. An der IMKB fiel der Leitindex im Februar auf 76.000 Punkte. Im Januar betrug der Leitindex noch 86.000 Punkte. Dies verwundert nicht, denn Börsenkenner wissen, dass den türkischen Aktienmarkt traditionell starke Schwankungen kennzeichnen.

So konnte die IMKB im Jahr 2012 einen Indexplus in Höhe von 58 Prozent verzeichnen. Doch 2011 hatte sie einen Indexminus von 36 Prozent. So war 2009 ein besonders gutes Jahr für Anleger an der Istanbuler Börse. Denn im Laufe des Jahres wurde ein Indexplus von 90 Prozent verzeichnet, berichtet das Handelsblatt.

Euroskepsis in Deutschland

Während Anleger an der IMKB sich in Bezug auf den Euro durchaus optimistisch geben, sieht es in Deutschland anders aus. Dort werden sogar Stimmen laut, die einen Austritt aus dem Euro-Raum fordern. Das Meinungsforschungsinstitut TNS-Emnid hat im Rahmen einer Umfrage herausgefunden, dass jeder vierte Deutsche sich vorstellen könne, eine Anti-Euro-Partei zu wählen. Diese europakritische Atmosphäre nutzt in diesem Zusammenhang der sich neu formierenden Partei „Alternative für Deutschland“.

Sie möchte auch bei den Bundestagswahlen antreten. „Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der schwersten Krise ihrer Geschichte“, zitiert die Hürriyet den Prof. Dr. Bernd Lucke. Lucke ist Mitbegründer der neuen Partei. Im Interview mit den DWN sagte der Professor, dass sich mindestens ein Drittel der Deutschen die D-Mark zurück wünscht. „Nach manchen Meinungsumfragen sogar zwei Drittel. Da muss es in einer Demokratie doch eine seriöse Partei geben, die sich dieses Wunsches annimmt“, meint er.

Im Zuge der Euro-Kritik häufen sich auch die Schuldzuweisungen. So meint der CSU-Generalsekretär, Alexander Dobringt, dass in Austritt Griechenlands eine langfristige Alternative für Europa sei. Auch die instabile Lage in Italien könne das Land und damit die EU in den Abgrund reißen (mehr hier).

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