Türkischer Energieminister: AKW-Deal könnte schon Ende des Monats stehen

Der türkische Energieminister Tanzer Yıldız ist zuversichtlich, dass der Deal über das zweite türkische Atomkraftwerk noch Ende dieses Monats unter Dach und Fach sein könnte. Vorausgesetzt sei allerdings, dass sich die Konkurrenzsituation unter den Bietern nicht weiter aufheize.

Geht es nach dem türkischen Energieminister Taner Yıldız, dann sind die Vereinbarungen für das zweite türkische AKW, das in Sinop gebaut werden soll, bereits Ende dieses Monats spruchreif. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. „Ich denke, dass wir den Deal, der zur Entwicklung, Fortschritt und Wachstum der Türkei beiträgt, bis Ende des Monats abgeschlossen haben werden“, zitiert das Blatt Yıldız. Voraussetzung für dieses Ziel sei jedoch, dass sich nun der Wettbewerb nicht zu stark aufheize. Gleichzeitig deutete er an, dass einer der drei letzten im Rennen befindlichen Favoriten noch ausscheiden könnte.

Japan, Südkorea und China im Rennen um AKW-Bau

Konkret befinden sich derzeit noch Japan, Südkorea und China in der engeren Auswahl für das umstrittene Milliardenprojekt in der Schwarzmeer-Provinz. Kanada, so der Minister bereits in der vergangenen Woche, läge hinter den Dreien zurück. Erst vor kurzem tauchte auch Frankreich auf der Bieterfläche für das Kernkraftwerk im Norden des Landes auf. Anfang März hatte das französische Unternehmen GDF Suez offiziell ein gemeinsames Angebot mit den japanischen Unternehmen Itochu und Mitsubishi für den Bau des zweiten türkischen Kernkraftwerks abgegeben (mehr hier). Die Kosten für das Megaprojekt werden derzeit auf 22 bis 25 Milliarden Dollar geschätzt.

Unterdessen wird es in Sachen Kernkraftwerk Nummer eins schon konkret. Beauftragt wurde hierfür die russische Rosatom. Bereits Mitte 2015 soll der Startschuss fallen, Anfang 2019 dann die Energieerzeugung anlaufen.

Regierung lässt sich von Protesten nicht beeindrucken

Die türkische Bevölkerung ist ob der Regierungspläne zur Energiegewinnung jedoch zwiegespalten. Erst zu Wochenbeginn kam es in Ankara erneut zu einer Kundgebung gegen den Bau von AKWs in der Türkei. Mit ihrem Gang auf die Straße hoffen die Aktivisten, die Regierung eindringlich auf die Gefahren für Mensch und Umwelt, die mit solchen Anlagen einher geht, aufmerksam machen zu können. Vor dem Gebäude des Ministeriums, so berichtet die Zeitung weiter, hätten sie am vergangenen Montag skandiert und entsprechende Banner ausgerollt, die ein klares Nein zum Thema AKWs fordern. „Solange es Kernkraftwerke gibt, werden die Morde, die angeblich Unfälle sind, weitergehen“, beklagt die Gruppierung in einer schriftlichen Erklärung. Die Menschheit lebe derweil auf einem echten Pulverfass.

Yıldız, der die Proteste sehr wohl wahrgenommen hat, tut sie jedoch ab. Zwar seien solche Einwände durchaus natürlich, doch als repräsentativ für die türkische Gesellschaft betrachte er sie allerdings nicht. Man respektiere die Meinung dieser Menschen, die Regierung werde ihren Weg, der zweifellos Risiken berge, jedoch fortsetzen (mehr hier).

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