Einwanderungsland Türkei: Bulgaren und Aserbaidschaner dominieren das Bild

In den vergangenen zehn Jahren haben über 124.000 Ausländer die türkische Staatsbürgerschaft erhalten. Das gab der türkische Innenminister Muammer Güler bekannt. Angeführt wird die Einwanderungsstatistik dabei von Menschen aus Bulgarien. Erst mit weitem Abstand folgt Rang zwei mit Menschen aus Aserbaidschan.

Exakt 124,647 Personen haben in den vergangenen zehn Jahren die türkische Staatsbürgerschaft erworben. Das gab der türkische Innenminister Muammer Güler im Namen von Premier Recep Tayyip Erdoğan als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des CHP-Abgeordneten Muharrem Işık bekannt.

Nach Angaben von Güler seien das im Einzelnen 44.040 Bulgaren, 15.588 Aserbaidschaner, 7.518 Russen, 6.723 Nord-Zyprioten, 6.335 Afghanen und 3.700 Syrer gewesen. Das berichtet die türkische Tageszeitung Hürryiet.

Darüber hinaus hätten in den vergangenen 20 Jahren auch die Ehen zwischen russischen und türkischen Staatsbürgern quasi parallel mit immer engeren Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zugenommen. Umgekehrt würden mittlerweile auch viele Menschen türkischer Herkunft in Bulgarien leben.

354.016 Türken ihrer Staatsbürgerschaft beraubt

Allein im Jahr 2012 hätten zudem 39,185 Ausländer eine Arbeitserlaubnis erhalten, während 52,538 Personen Aufenthaltsgenehmigungen zu Bildungszwecken bekommen  hätten. Auf der anderen Seite wären 354.016 Türken freiwillig oder unfreiwillig ihrer Staatsbürgerschaft beraubt worden. Demnäch hätten 8,244 Personen ihre Staatsbürgerschaft verloren. 327,946 hätten ihre Bürgerrechte freiwillig abgegeben. Darüber hinaus hätten insgesamt 17,826 Personen ihre Bürgerrechte verloren. Derweil fordert die SPD in Deutschland die doppelte Staatsbürgerschaft für Deutsch-Türken (mehr hier).

In die Reihe der 124,647 Menschen, die in der vergangenen Dekade eine türkische Staatsbürgerschaft erhalten haben, würde sich auch Susanne Geske und ihre Familie gerne einreihen. Die Witwe von Tilmann Geske, der 2007 beim Massaker in einem Bibel-Verlag in Malatya ermodet wurde, hat die türkischen Behörden ein weiteres Mal um die türkische Staatsbürgerschaft gebeten. Schon einmal war ihr ein Pass verweigert worden. Die Familie will das Land auf keinen Fall verlassen. Reagiert haben die Behörden auf ihr Anliegen bisher allerdings nicht (mehr hier).

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