Explosion am Grenzübergang Cilvegözü: Polizei kann fünf Tatverdächtige fassen

Exakt einen Monat nach der verheerenden Explosion am Grenzübergang in Cilvegözü hat die Polizei nun insgesamt fünf Tatverdächtige, vier Syrer und einen Türken, festnehmen können. Das Attentat in der Provinz Hatay hatte insgesamt 14 Menschen das Leben gekostet.

Zwei der nun Inhaftierten sollen auch diejenigen, die den Anschlag tatsächlich ausgeführt haben, während von den drei übrigen angenommen wird, dass sie die Attentäter unterstützt haben. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman. Die beiden Verdächtigen, so heißt es weiter, hätten zudem 35.000 Dollar von Personen erhalten, die Verbindungen zum syrischen Geheimdienst al-Muhabberat haben sollen.

Die türkische Polizei hatte nach dem verheerenden Anschlag eine genaue Analyse der Videoaufzeichnungen vorgenommen und seitdem ein genaues Auge auf die potentiellen Täter gerichtet. Die Bombe war in einem Fahrzeug mit syrischem Kennzeichen detoniert (mehr hier). Schließlich bekamen sie den Organisator des Bombenanschlags zu fassen, nachdem dieser am Morgen des 7. März erneut die Grenze zur Türkei überquerte. Dieser habe die Anschuldigungen zunächst abgestritten, nach einer Konfrontation mit den Videoaufnahmen jedoch gestanden, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Verbindungen zum syrischen Regime vermutet

Angeblich habe der in den türkischen Medien nur als A.B. bezeichnete Tatverdächtige außerdem angegeben, dass der Auftrag für den Anschlag durch Ammid Havvas, Kommandeur der Panzertruppen in der syrischen Armee, erfolgt sei. In der Zwischenzeitlich fanden die türkischen Behörden zudem heraus, dass es sich bei den beiden Personen, die kurz nach der Explosion nach Syrien zurückgekehrt waren, um Y.B., den Bruder des zuvor Verhafteten, sowie dessen Frau Z.Ş. handelte. Während ihrer Vernehmung im Polizeihauptquartier von Hatay gaben diese schließlich an, Hilfe durch türkische Staatsbürger erhalten zu haben. In der Folge fanden mehrere Hausdurchsuchungen statt, bei denen drei Personen verhaftet wurden.

Wie der türkische Innenminister Muammer Güler am vergangenen Montag herausstellte, hätten die Verdächtigen offenbar Verbindungen zum syrischen Regime. Doch erst der Prozess gegen sie würde die ganze Wahrheit ans Tageslicht bringen. „Wir wissen, dass dieser Akt die humanitäre Hilfe der Türkei an Syrien sabotieren sollte“, so Güler. Zudem hätten die Verdächtigen angeblich vorgehabt, einen weiteren, ähnlichen Angriff durchzuführen. Das hätte allerdings durch die türkischen Sicherheitsbehörden unterbunden werden können. Die Untersuchungen seien derzeit noch in vollem Gange. Während die fünf Verdächtigen derweil an ein Gericht in Adana verwiesen wurden, halte die Polizei weiter Ausschau nach einem sechsten Verdächtigen.

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