Gesundheitsminister Müezzinoğlu: Türkei hat zweithöchste Patientenzufriedenheit der Welt

Der türkische Gesundheitsminister Müezzinoğlu ist stolz auf die große Patienten-Zufriedenheit innerhalb der türkischen Bevölkerung. Die Reformen seiner Regierung seien ausschlaggebend für diesen Erfolg. Allerdings müsse man noch mehr Ärzte einstellen, um die Nachfrage komplett decken zu können.

Der neue türkische Gesundheitsminister, Mehmet Müezzinoğlu, berichtet, dass die Türkei das Land mit der zweitgrößten Patientenzufriedenheit sei. Im Jahr 2000 lag die Zufriedenheit von türkischen Patienten noch bei 45 bis 46 Prozent. Nun liege jener Anteil bei 76 Prozent. Finnland sei mit einem prozentualen Anteil in Höhe von 78 Prozent Spitzenreiter. Dänemark ist mit 75 Prozent drittplatziert.

Die Türkei möchte ein Vorbild für andere Staaten im Bereich des Gesundheitssystems werden. Doch zunächst seien einige Schwachstellen zu beheben. Die erste Schwachstelle sei die unzureichende Anzahl an praktizierenden Ärzten. Derzeit fielen jährlich 300 Millionen Patientengänge auf 125.000 Ärzte. „Wir brauchen 30.000 mehr Ärzte“, zitiert die türkische Zeitung Zaman den Gesundheitsminister. Die hohe Patientenzufriedenheit verdanke man nur dem Umstand, dass die wenigen praktizierenden Ärzte „hart arbeiten“ würden.

Doch die nicht ausreichende Anzahl an Ärzten sei nicht die Schuld des Ministeriums, meint Müezzinoğlu. Seit 30 Jahren sei es die ideologische Ansicht des Staates gewesen, dass es einen Überschuss an Ärzten gebe. Dieselbe Mentalität habe zwischen 1984 bis 2006 die Eröffnung von Hochschulen der Medizin verhindert. Es wurde sich streng an vorher festgelegte Quoten gehalten. Müezzinoğlu sieht darin ein „Komplott“ gegen die AKP-Regierung. Die Entgleisung des Gesundheitssystems sollte zur „Schwächung“ der Regierung führen, meint er. Nun werde man das Gesundheitssystem nachhaltig reformieren und Investitionen tätigen.

Die Überlegungen von Müezzinoğlu können auch im Zusammenhang mit der wachsenden Branche des Gesundheitstourismus gesehen werden. Nach Angaben des ehemaligen türkischen Gesundheitsministers Recep Akdağ kämen rund 200.000 Menschen pro Jahr in die Türkei, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen (mehr hier). Mittlerweile mische das Land unter den weltweiten Top Ten im Gesundheitstourismus mit. Die Nachfrage steige weiter an.

Die wichtigsten Gründe für die zunehmende Beliebtheit der Türkei auch als Gesundheitsstandort liegen für Akdağ vor allem in der nunmehr seit zehn Jahren andauernden politischen Stabilität und im wirtschaftlichen Wachstum des Landes. Die Regierung habe eine extrem hohe Produktivität des Gesundheitswesens erreicht, für ihn der entscheidendste Faktor für die anschwellenden Patientenströme aus dem Ausland.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Gesundheitsreformen der Türkei bei ihrem 65. Treffen in Genf im Jahr 2012 ausdrücklich gelobt. In punkto Gerechtigkeit beim Zugang zu Gesundheitsdiensten sei das Land ein Vorbild (mehr hier).

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