Syrien: Peres fordert militärisches Eingreifen durch Arabische Liga

Israels Präsident Schimon Peres gehört zu den vehementesten Vertretern einer militärischen Intervention in Syrien. Nur so könne man die „Massaker“ beenden. Allerdings lehnt er ein Eingreifen seitens westlicher Streitkräfte ab. Die Arabische Liga habe die Aufgabe und Verantwortung, in Aktion zu treten. Der Westen dürfe nur unterstützend zur Seite stehen.

Der israelische Präsident Schimon Peres befindet sich derzeit auf Europa-Reise. In einer Rede im EU-Parlament warb er für eine militärische Intervention durch die Arabische Liga. „Das Massaker muss ein Ende haben“, zitiert ihn die Hürriyet. Syrien sei nicht nur eine Bedrohung für die Region, sondern auch für die EU. Assad verfüge über Chemie-Waffen.

Es müsse eine Eingreiftruppe aus UN-Blauhelmen ins Leben gerufen werden, die sich aus den militärischen Reihen der arabischen Staaten zusammensetze. Es breche „unser aller Herzen“, wenn er ansehen muss, wie der syrische Präsident seine eigenen Leute und Kinder umbringe. Eine westliche Eingreiftruppe dürfe nicht zum Einsatz kommen. Dies würden die Menschen der Region als Einmischung empfinden. Ferner müsse die Arabische Liga eine Übergangs-Regierung bilden, um weitere Massaker und eine Sezession zu verhindern.

Dieser Aufruf des israelischen Präsidenten ist nicht neu. Schon vergangenes Jahr warb er auf einer Konferenz der US-Denkfabrik Brookings Institution für eine arabische Interventions-Truppe. Die Arabische Liga sei „bereit“ und wolle die „Verantwortung“ übernehmen. Israel möchte jene Intervention unterstützen, wenn dies erwünscht sei. „Nicht durch Waffenlieferungen, sondern durch reine humanitäre Hilfe“, erklärte Peres.

Auch der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, setzt sich für eine arabische Interventions-Truppe ein. Im September sagte er auf einer Rede vor der UN, dass es an der Zeit wäre in Syrien militärisch einzugreifen. „Die arabischen Nationen müssen im einklang miteinander handeln“, zitiert in Bloomberg.

Israel hatte schon Ende Januar einen Luftangriff gegen Syrien geflogen (mehr hier), der einem Fahrzeugkonvoi gegolten haben soll. Syrien behauptete allerdings, nicht ein Konvoi, sondern ein Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus sei angegriffen worden.

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