US-Gericht verurteilt Çukurova Holding zu mehreren Bußgeldern

Der verworrene Streit zwischen dem russischen Unternehmen Altimo und der Çukurova Holding ist in vollem Gange. Altimo möchte die verpfändeten Anteile des türkischen Unternehmens nicht rausrücken. Jene Aktienanteile hatte die Çukurova Holding schon dem schwedischen Unternehmen TeliSonera versprochen. Dehalb liegt das türkische Unternehmen auch mit den Schweden im Clinch.

Ein US-amerikanisches Gericht hat das türkische Unternehmen Çukurova Holding zu mehreren Bußgeldern zwischen 10.000 und 50.000 Dollar verurteilt. Inhalt des Gerichtsverfahrens ist den Angaben der Hürriyet zufolge ein Disput zwischen der Çukurova Holding und dem schwedischen Telekommunikationskonzern TeliaSonera. Das türkische Unternehmen hält derzeit o,o5 Prozent der Aktienanteile an Turkcell.

Was sind die Hintergründe des Streits?

Nach der türkischen Bankenkrise im Jahr 2001, versuchte der Vorsitzende der Çukurova Holding, Mehmet Emin Karamehmet, an liquide Mittel ranzukommen. Er entschied sich zum Verkauf der Kontroll-Anteile an Turkcell, welche damals 52,91 Prozent betrugen.  Im Jahr 2005 zeigte sich TeliaSonera interessiert am Kauf. So wurde ein Vorvertrag zwischen beiden Unternehmen über 13,8 Prozent der Anteile im Wert von 3,1 Milliarden Dollar geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hielt TeliaSonera 37,07 Prozent der Turkcell-Anteile.

Doch zum Übergang der Aktienanteile an TeliaSonera kam es nicht. Die Çukurova Holding verkaufte stattdessen 13,2 Prozent ihrer Anteile an das russische Unternehmen Altimo und erhielt 1,6 Milliarden Dollar. Zudem wurde der restliche Aktienanteil in Höhe von 13,8 Prozent verpfändet. Dafür erhielt die Çukurova Holding 1,7 Milliarden Dollar von Altimo.

TeliaSonera fühlte sich hintergangen und reichte Klage beim Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) in Genf ein. Im September 2011 verhängte das Gericht eine Geldstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar gegen die Çukurova Holding.

Die türkische Holding wollte anschließend die verpfändeten Aktienanteile zurückhaben. Angeboten wurde Altimo ein Betrag in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar. Doch Altimo verlangte 2,35 Milliarden Dollar. Seitdem ist Karamehmets Holding auch im Streit mit den Russen. Vor zwei Monaten hatte das britische Privy Council entschieden, dass Altimo das Recht inne habe die Anteile einzubehalten.

Doch der Çukurova Holding wurde ebenfalls das Recht zugesprochen, seine Anteile zurück zu fordern. Voraussetzung dafür sei allerdings die Rückzahlung des Kredits plus Zinsaufwand. Aber gegen jenen Zinsaufwand wehrt sich Karamehmet. Das Privy Council hat heute nur noch eine beratende Funktion.

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