Emel Zeynelabidin: „Was hat Religion mit Kleidung zu tun?“

Die Frauenrechts-Aktivistin Emel Zeynelabidin sagt: Der Islam ist eine Religion der Liebe. Muslime haben immer die Entscheidung zwischen dem kollektivistischen Islam und dem selbstständig gelebten individualistischen Islam. Zeynelabidin betont, dass sie beide Formen kennen gelernt habe.

„Ich bin noch gottgläubiger als vorher“, erklärt sie. Denn nun sei sie viel selbstbewusster. Ihr Name bedeutet Hoffnung und ihr Buch könnte wie ihr Name „Emel“ ein „Hoffnungsschimmer“ für Muslime sein, die sich aus den Fängen der Dogmatik befreien wollen, um sich selbst zu finden. In diesem Prozess werde man nicht „ungläubiger“,sondern „gläubiger“. Folglich müsse man als Moslem keine Angst vor einer derartigen Entwicklung haben. Zudem möchte sie mit ihren Texten einen Beitrag zu einer konstruktiven Integrationspolitik leisten.

Kopftuch als Orientierungshilfe überflüssig

Zeynelabidin meint, dass die Verhüllung der weiblichen Körper als Orientierungshilfe für Männer diente, um die gläubigen Frauen von den damaligen Sklavinnen zu unterscheiden. Doch jene Maßnahme geht zurück auf die frühislamische Ära. Der historische Kontext müsse betrachtet werden. Eine derartige Orientierungshilfe sei mittlerweile überflüssig. Zudem stellt sie sich schon seit langem die Frage, warum die Bundeskanzlerin bei ihrem Türkei-Besuch nicht eingegangen ist auf dieses Thema. Sie hätte sich gewünscht, dass Frau Merkel den Ministerpräsidenten Erdogan fragt, ob er als muslimischer Mann eine„derartige Orientierungshilfe nötig habe?“, so Zeynelabidin. Eine offensivere Haltung der Bundeskanzlerin hätte sie sich sehr gewünscht.

Emel Zeynelabidin wurde 1960 in Istanbul geboren und wuchs in Deutschland auf. Ihr Vater Dr. Yusuf Zeynelabidin war Mitbegründer der islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG). Sie ist Trägerin des „Lutherpreises- Das unerschrockene Wort“.

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