Türkische Innovation: Forscher entwickeln hirngesteuerten Roboterarm

Türkischen Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, mit Kollegen aus Schweden gleichzuziehen. Drei junge Computer-Ingenieure haben einen eigenen, gedankengestützten Roboterarm entwickelt. In Skandinavien war man bereits gut drei Monate früher soweit.

Der von den türkischen Wissenschaftlern entwickelte Roboterarm, so berichtet die türkische Zeitung Sabah, sei in der Lage, Befehle über Gedanken des Patienten zu empfangen. Die drei Entwickler Selim Çelik, Erdem Tatlı und Görkem Sarıgül von der Istanbuler Kültür Universität hatten sich zuvor mit der Herstellung von ferngesteuerten Flugzeugen und Hubschraubern befasst und ihr technisches Knowhow nun auch im medizinischen Bereich angewandt. Dreieinhalb Jahre werkelten die jungen Leute an ihrer Idee. Nun gelang ihnen die Herstellung der ersten türkischen Armprothese, die sich durch Gedanken steuern lässt. Führend sind die türkischen Mediziner bereits in Sachen Transplantationen (mehr hier).

Türkische Innovation arbeitet mit EEG-Sensor

Anders als andere Prothesen sei die türkische Erfindung leicht an den Körper anzubringen. Eine Operation, so klärt das Blatt auf, sei hier nicht notwendig. Mittlerweile sei das Projekt bereits so ausgereift, dass das Trio schon bald in Serie gehen könne. „Das von uns entwickelte System nutzt Hirnsignale, um den Roboterarm zu bewegen“, so Selim Çelik. Genutzt hätten sie dabei ein System, das auch in EEG-Geräten angewendet würde. Der Roboterarm bewege sich nach Daten von einem EEG-Sensor, der mentale Befehle empfange und auch übertrage.

Die Nutzung dieser EEG-Signale sei ihren Angaben zufolge einmalig. Auch die dazugehörige Mechanik hätten sie eigenständig entworfen. Der Roboterarm arbeitet durch die Aufnahme von Gedanken durch das Gehirn. „Wenn ein Mensch einen Gedanken hat, entwickelt das Gehirn elektrische Signale. Diese werden dann durch Elektroden, die in der Schädeldecke implantiert wurden, empfangen. Jeder Mensch und jeder Gedanke verursacht unterschiedliche Signale. Wir sagen den Benutzern an etwas Bestimmtes zu denken und dann erfassen wir die Signale. Ein Computerprogramm ist dann in der Lage, diese aufgezeichneten Befehle an den Roboter zu übertragen“, so Çelik weiter.

Beliebtes Forschungsfeld auf der ganzen Welt

In  der Türkei wurden die drei Ingenieure bereits mit dem TET R-D Project Market Award ausgezeichnet. Ob man dort die schwedischen Bemühungen auf diesem Gebiet im Blick hat, ist unterdessen nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass es auch Max Ortiz Catalan von der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg und seinem Team gelungen ist, eine Prothese zu entwickeln, die direkt am Knochen verankert werden kann. Auch sie haben sich dem beliebten Forschungsfeld gewidmet und eine robotische Armprothese entwickelt, die sich mit bloßen Gedanken steuern lässt. Im Gegensatz zu bisher im Einsatz befindlichen Prothesen ist die schwedische Neuentwicklung zudem in der Lage, dem Gehirn eine Rückmeldung über die Bewegungsabläufe zu vermitteln. Dabei machten sich die Wissenschaftler Kenntnisse aus der Neuroprosthetik zunutze (mehr hier).

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