Finanzen: Aquila Capital investiert in türkische Wasserkraftwerke

Die deutsche Investmentgesellschaft Aquila Capital will ihre Investitionen in die türkische Energieinfrastruktur ausweiten. Schon heute haben Anleger die Möglichkeit, sich an Wasserkraftwerken zu beteiligen. Doch eine Zunahme von Protesten gegen Wasserkraftwerke lässt sich in der Türkei auch beobachten.

Die Hamburger Investmentgesellschaft für alternative Kapitalanlagen, Aquila Capital, möchte weiter in die Energiewirtschaft der Türkei investieren. Alternative Kapitalanlagen gehen über klassische Geldanlagen hinaus. Bei ihnen wird versucht bei jeder Marktentwicklung, Gewinne zu erzielen. Auch bei fallenden oder stagnierenden Märkten. Sie sind auf kontinuierliche Gewinne ausgerichtet. Investitionen in Wasserkraftwerke werden als alternative Kapitalanlagen eingestuft.

Sowohl Kleinanleger als auch Großanleger können sich an aktuell fünf modernen Kraftwerken beteiligen, berichtet das Internetportal Fonds Discount. Die minimale Anlagesumme beträgt 15. 000 Euro. Nach einer Laufzeit von 10 Jahren, sei dann eine prozentuale Ausschüttung von ungefähr 201 Prozent zu erwarten. Der prognostizierte Auszahlungsverlauf wird von Aquila Capital bis zum Jahre 2032 aufgeführt.

Der Bau von Wasserkraftwerken stößt in der Türkei bereits seit langem auf Widerstand bei den betroffenen Einheimischen und internationalen Umweltschützern. Es geht bei der Kritik vor allem um Menschen, die ihre Heimat und ihre Lebensgrundlage verlieren würden. Zudem würde es zur Vernichtung der Artenvielfalt kommen. Vergangenes Jahr wurde in der Stadt Artvin am Schwarzen Meer der Bau eines Mega-Staudamms begonnen (mehr hier).

Mittlerweile hat auch der türkische Energieminister Taner Yıldız erstmals öffentlich zugegeben, dass einige Wasserkraftwerke des Landes in umstrittenen Gebieten gebaut worden seien. Die Schuld dafür sieht er jedoch bei den Vertragspartnern. Bei einer Gastrede in der türkische Denkfabrik SETA sagte er: „Wir wollen keine Kraftwerke zu Lasten der Umwelt bauen. Wir wollen nicht an Projekten arbeiten, die sich gegen die Umwelt richten. Wir wollen mit der Umwelt arbeiten“. Ein spätes Eingeständnis vom türkischen Energieminister (mehr hier).

Aquila Capital versucht Kritiken seitens türkischer Umweltschützer vorzubeugen. Bei Investitionen wird darauf geachtet, den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) einzuhalten. Hier achtet das Unternehmen darauf den  CDM Gold Standard (höchster Standard) zu erfüllen. Dabei sollen Umwelt- und Entwicklungsziele im Gastland sichergestellt werden. Somit werden ökologische und soziale Kriterien bei Investitions-Entscheidungen berücksichtigt. Kraftwerke an denen sich Aquila Capital beteiligt, müssen somit den höchsten Ansprüche der Umweltverträglichkeit Genüge leisten.

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