US-Kongress: Erdogan soll Zionismus-Kritik zurücknehmen

Insgesamt elf Mitglieder des US-Kongresses und des US-Senats haben in einem offenen Brief Erdoğans Äußerungen zum Zionismus kritisiert. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Außenminister Davutoğlu lehnt jegliche Schuldzuweisungen ab. Israel sei ein „angriffslustiger“ und „expansionistischer“ Staat und die Türkei sei nun einmal dagegen. Zudem habe niemand das Recht, die Türkei an den Pranger zu stellen. Denn die Juden seien immer sicher gewesen in der Türkei.

Die US-Senatoren Mark Kirk, Bill Nelson und die Mitglieder des US-Kongresses Doug Lamborn und Steve Israel, haben in einem offenen Brief an den türkischen Premier Erdoğan, seinen Zionismus-Vergleich verurteilt. Sieben weitere Kongressmitglieder und ein US-Senator gehören zu den Mitunterzeichnern. Der Brief an den türkischen Premier weist keinen aggressiven Ton auf. Vielmehr wird auf die traditionell guten türkisch-israelischen Beziehungen hingewiesen.

Es wird daran erinnert, dass die Türkei das erste muslimische Land war, welches Israel 1949 anerkannt hat. In den vergangenen Jahren sei das Verhältnis zwischen beiden Staaten „angespannt“ gewesen. Trotzdem sei das bilaterale Handelsvolumen auf 4,4 Milliarden US Dollar angestiegen. „Wir bedauern Ihren unfreundlichen Ton gegen Israel und würden uns über eine Zurücknahme freuen“, erklären die US-Vertreter. Ferner wünschen sich die Senatoren und Kongressabgeordneten eine Wiederherstellung der ehemals guten türkisch-israelischen Beziehungen.

Mittlerweile hat sich der türkische Außenminister Davutoğlu zu den Forderungen der Volksvertreter der USA geäußert. Die Türkei habe eine saubere Vergangenheit und sei keinem anderen Land Rechenschaft schuldig. Während die Juden in Europa über Jahrhunderte hinweg in Ghettos leben mussten und die Schrecken des Holocaust stattfanden, sei die Türkei immer ein sicherer Hafen für die Juden gewesen

Der türkische Premierminister habe den Anti-Semitismus in seinen Reden immer wieder verurteilt. Das sei nachzuweisen. Doch mit Israel habe die Türkei ein politisches Problem. „Die Legitimation der Angriffslust Israels ist nicht mehr hinnehmbar“, zitiert der Nachrichtensender Samanyolu den Außenminister Davutoğlu. Weiterhin werde sich seine Regierung zu jedem Zeitpunkt gegen die „expansionistische Politik“ der Israelis wenden. Nur eine Zwei-Staaten-Lösung auf gleicher Augenhöhe könne den Palästina-Konflikt lösen.

Erdoğan hatte im vergangenen Februar auf einer UN-Konferenz der „Allianz der Zivilisationen“ in Wien, den Zionismus mit dem Faschismus, dem Antisemitismus und der Islamophobie gleichgestellt. Alle gehören in die Kategorie der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, meinte Erdoğan. US-Außenminister erklärte darauf hin, dass jene Aussagen „verwerflich“ seien (mehr hier).

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