CHP: Die PKK hat noch weitere Geiseln in ihrer Gewalt

Melda Onur von der oppositionellen CHP ist der Ansicht, dass es noch weitere PKK-Geiseln gebe. Sie seien vor über 20 Jahren entführt worden. Nach offiziellen Angaben befinden sie sich noch am Leben. Doch die PKK will von weiteren Geiseln nichts wissen.

Die türkische Frauen-Aktivistin und langjährige CHP-Abgeordnete, Melda Onur, sagt, dass die PKK noch acht weitere Personen in ihrer Gewalt habe. Onur meint, dass jene Personen vor 20 Jahren von der PKK verschleppt wurden. Doch der Staat habe sie noch nicht für Tod erklärt. Also seien Untersuchungen durchzuführen, die das Schicksal dieser Menschen unter die Lupe nehmen müssen. Vergangenes Jahr habe sie dazu eine Petition im türkischen Parlament eingereicht. Die Angehörigen der durch die PKK Verschleppten und Verschollenen haben dasselbe Recht wie die „Samstags-Mütter“, ihre Verwandten zurückzufordern, erklärt Onur.

Die „Samstags-Mütter“ ist ein Zusammenschluß von Frauen, die verstärkt in den neunziger Jahren gegen das „Verschwindenlassen“ von Oppositionellen durch türkische Sicherheitskräfte und der PKK protestierten. Sie wurden bekannt durch wöchentliche „Sitz-Proteste“ am Galatasaray-Platz. Die PKK hingegen dementiert Onurs Aussagen. Alle Geiseln seien der türkischen Seite übergeben worden.

Vergangenes Jahr hatte die PKK den CHP-Abgeordneten Hüseyin Aygün entführt und nach zwei Tagen wieder frei gelassen (mehr hier). Aygün sorgte mit seiner Erklärung nach der Entführung für Erstaunen in der türkischen Öffentlichkeit. „Die jungen Leute, die mich festgehalten haben, sind Kinder dieses Landes und wollten der Öffentlichkeit mit dieser Aktion die Nachricht des Friedens und der Waffenruhe überbringen“, erklärte Aygün. Er sei gut behandelt worden.

http://www.youtube.com/watch?v=_Sgd0DecyJ0

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