Piri Reis Jahr der UNESCO: Türkischer Künstler fasst Weltkarte in neues Gewand

Die vom osmanischen Admiral Piri Reis gezeichnete Weltkarte ist von einem türkischen Künstler in einem 59-teiligen Ton-Satz nachempfunden worden. Die einmalige Kunst wird in Istanbul zu einem Startpreis von 1.5 Millionen türkischen Lira versteigert. Das kommt ganz gelegen, denn die UNESCO erklärte das Jahr 2013 zum Piri Reis Jahr.

Die berühmte Weltkarte des osmanischen Admirals Piri Reis ist in 59 seperaten Stücken von einem Künstler in der Ägäischen Provinz Kütahya bearbeitet worden. Der Ziegel-Künstler Fahri Cetinkaya brauchte für die Vollendung seiner Piri Reis Kollektion gemeinsam mit seinem Schwiegervater ganze 19 Monate.

Piri Reis schafft Weltkarte in 29 Tagen

Zu Ehren des Piri Reis-Jahres soll die Sammlung nun in Istanbul mit einem Startpreis von 1.5 Millionen türkischen Lira zur Versteigerung freigegeben werden. Der 44-Jährige begann 1982 unter der Schirmherrschaft von seinem Schwiegervater, İbrahim Kocaoğlu, mit der Ziegel-Kunst zu arbeiten. „Das Arbeiten mit Ziegel ist eine Herzenssache. Es gab Tage, an den ich bis zu den frühen Morgenstunden durchgearbeitet habe“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet. Er habe manchmal die Werkstatt für vier oder fünf Tage nicht verlassen. Der osmanische Admiral Piri Reis hatte im Jahr 1513 unglaubliche 29 Tage für die Weltkarte gebraucht.

Die UNESCO erklärte das Jahr 2013 zum Piri Reis. Anlass ist die 1513 – also vor 500 Jahren – entstandene Weltkarte mit der gesamten Ostküste Amerikas und Seekarte des osmanischen Kapitäns und Kartographen Piri Reis. 15 Monate nachdem Fahri Çetinkaya mit der Arbeit begann, gab die UNESCO die Ernennung bekannt. Für Çetinkaya eine positive Überraschung. „Als ich angefangen habe, hätte niemand wissen können, dass dieses Jahr zum Piri Reis Jahr erklärt werden würde.“ Von 90 Stücken in der Sammlung wären 59 direkt mit der Weltkarte von Piri Reis verbunden. In der Sammlung gäbe es auch Karten von einigen Teilen Europas und Asiens sowie Ansiedlungen auf den Mittelmeerküsten. Derzeit hat die Türkei elf Standorte auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. In den vergangenen drei Jahren haben sich die Einträge mehr als verdoppelt (mehr hier).

„Ich habe versucht, meine Gefühle auf das Werk widerzuspiegeln“

In der Kollektion wurden die ursprünglichen Farben der Weltkarte von Reis übernommen. Die Formen wurden alle einzeln ausgesucht und zusammengesetzt. „Ich habe versucht, meine Gefühle auf das Werk widerzuspiegeln. Als Ergebnis ist eine sehr schöne Sammlung entstanden“, sagte der Künstler. Diese wird vom 15. März bis zum 31. Mai im Tophane Kulturzentrum der Universitätsfakultät für Kunst als ein Teil der Piri Reis Jahr-Ereignisse ausgestellt.

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