„Muhteşem Yüzyıl“: Klage gegen Türkische TV-Serie wird abgewürgt

Das Verbotsverfahren gegen die beliebte türkische TV-Serie „Muhteşem Yüzyıl“ wird eingestellt. Der entschied die Staatsanwaltschaft in Istanbul am vergangenen Mittwoch. Denn Opfer einer Verleumdung können ihr zufolge nur lebende Personen sein.

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch entschieden: Die umstrittene historische Seifenoper Muhteşem Yüzyıl wird nun doch nicht verboten. Grund für die Anklage waren die amourösen Abenteuer des Sultan Süleymans und seine Intrigen im osmanischen Palast. Die Tatsache, dass nur lebende Personen Opfer einer Verleumdungsklage sein können, ließ die Verhandlungen stoppen. Die Staatsanwaltschaft erklärte auch, dass es bei der TV-Serie um eine Mischung aus Fiktion und historischen Fakten gehe.

Ömer Faruk Bildirici, Geschäftsmann, erhob Ende letzten Jahres Strafanzeige gegen die TV-Serie und forderte ein Verbot der Ausstrahlung im Fernsehen. Die Verzerrung bestimmter historischer Ereignisse und Figuren würde die Wahrnehmung der Gesellschaft falsch beeinflussen, berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Aufgebracht worden war die jüngste Debatte über die polarisierende Serie durch den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan (mehr hier). Er kritisierte die Darstellung des Lebens des Sultans und sagte, dass die Serie das goldene Zeitalter der türkischen Geschichte untergraben würde. Sultan Süleyman habe 30 Jahre seines Lebens auf dem Pferderücken verbracht und sich nicht, wie in der Serie dargestellt, die halbe Zeit im Sultanspalast und im Harem herumgetrieben. Einen solchen Sultan hätte es niemals  gegeben. Die Serie wird seit Januar 2011 im türkischen Fernsehen ausgestrahlt.

http://www.youtube.com/watch?v=stHUYPHU1vI

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