Mordfall Sarai Sierra: Hat die türkische Polizei endlich ihren Mörder?

Die türkische Polizei hat den Hauptverdächtigen im Mordfall an der US-amerikanischen Touristin Sarai Sierra geschnappt. Ziya T. wurde per Flugzeug von der südtürkischen Provinz Hatay, wo er am 17. März gefasst wurde, nach Istanbul gebracht. Die 31-jährige Mutter zweier Kinder war vor rund eineinhalb Monaten getötet worden.

Schon bei seiner Ankunft in Istanbul, wo er sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen wird, soll der mutmaßliche Mörder von Sarai Sierra vor den anwesenen Reportern ein Geständnis abgelegt haben: „Ich bedauere, was ich getan habe. Das war’s. Ich werde später erzählen, was genau passiert ist“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Ziya T.

Wie der türkische Innenminister Muammer Güler unterdessen mitteilte, wurde der Hauptverdächtige im Mordfall Sarai Sierra geschnappt, als er von Syrien zurück in die Türkei einreisen wollte. Schon zuvor habe die türkische Polizei gewusst, dass der Verdächtige sich „wahrscheinlich“ in Syrien aufhalte. Mittlerweile hätten die Vernehmungen begonnen.

Polizeichef lobt Zusammenarbeit der Beamten

„[Die Verhaftung ist das Ergebnis] der lange andauernden Untersuchungen unserer Polizei in Istanbul und in Hatay. Bis Ziyas Verbleib aufgeklärt war, hatten wir ein Team in Hatay. Wir arbeiten mit Beweisen, nicht mit Gerüchten“, so der Istanbuler Polizeichef Hüseyin Çapkın kurz nach der Überstellung des Tatverdächtigen. Das Ganze sei ein internationaler Fall gewesen. Er danke allen Kollegen für ihre Unterstützung.

Sarai Sierra reiste am 7. Januar in die Türkei. Es war der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens. In Istanbul wollte sie vor allem fotografieren. Dann am 21. Januar die Schreckensnachricht. Die junge Frau wurde vermisst. Am 2. Februar wurden die schlimmsten Befürchtungen wahr. Die zweifache Mutter wurde tot aufgefunden. Kurz nach dem Auffinden ihrer Leiche an der historischen Stadtmauer in Sarayburnu (mehr hier) verschwand Ziya T., der auch „Laz Ziya” genannt wird, aus der Stadt. Der 46-Jährige, der seinen Lebensunterhalt durch das Sammeln und Verkaufen von Altpapier bestritt, soll nach Angaben von Familienmitgliedern ein recht unausgeglichener Mensch gewesen sein.

Ziya T: Polizei schlägt in Reyhanlı zu

Nachdem er Istanbul verließ soll er zunächst das Haus seiner Schwester in der nordwestlichen Provinz Karabük aufgesucht und dort drei Tage verbracht haben. Seiner Familie habe er erzählt, dass er nach Hatay wolle.

Seit dem Auffinden von Sarai Sierras Leiche liefen die Ermittlungen auf Hochtouren. Schnell hatte die Polizei Ziya T. auf dem Schirm (mehr hier). Auch sein Verschwinden gen Syrien soll nicht unbemerkt geblieben sein. An der Grenze im Bezirk Reyhanlı soll schließlich der Zuschlag erfolgt sein.

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