Historischer Schritt: Patriarch Bartholomaios I. wohnt Amtseinführung von Franziskus I. bei

Am kommenden Dienstag, den 19. März, wird Franziskus I. offiziell als neuer Papst der Katholischen Kirche eingeführt. Dem Ereignis in Rom wird auch der griechisch-orthodoxe Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomaios I. beiwohnen. Seine Zusage ist historisch. Ist es doch der erste Schritt dieser Art seit 1054.

Bartholomäus I., der seit 1991 griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel mit Sitz in Fener in Istanbul ist, wird während seines Besuchs im Vatikan von mehreren anderen religiösen Führern einschließlich des Metropolit von Pergamon und des Metropolits von Argentinien begleitet werden. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

In einer Erklärung des reformorientierten Vertreters der orthodoxen Kirchen stellte Bartholomäus I. die Verbesserung der Beziehungen zwischen Katholiken und Orthodoxen heraus. Seinen Schritt, an der Amtseinführung von Franziskus I. teilzunehmen, bezeichnete er selbst als „historische Entwicklung“.

Bartholomäus I. in der Türkei nicht anerkannt

Der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März dieses Jahres zum neuen Papst gewählt. In seinem ersten Statement sagte der einstige Erzbischof von Buenos Aires, dass er einen Neuanfang für die Kirche wolle, gemeinsam mit dem Volk der Gläubigen (mehr hier). Bereits im Jahr 2005 kam es zu einem ersten Treffen mit Franzikus‘ Vorgänger Benedikt XVI. Dieser hatte ihn anlässlich des Beginns seines Pontifikats im Vatikan empfangen. Am 30. November 2006 fand bereits der Gegenbesuch in Istanbul statt. Weitere Begegnungen folgten in den kommenden Jahren.

In der Türkei wird Bartholomäus I. nicht anerkannt (mehr hier). Die hiesigen Behörden sehen den Patriarchen von Konstantinopel lediglich als Oberhaupt der wenigen tausend verbliebenen griechisch-orthodoxen Christen im Land an. Gegen den Träger von rund 25 Ehrendoktorwürden ermittelte die türkische Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Verstoß gegen Artikel 219 des türkischen Strafgesetzbuches, der den Missbrauch eines religiösen Amtes mit bis zu einem Jahr Haft ahndet. Im Sommer 2007 hatte sie ihm gar eine Vorladung wegen Amtsmissbrauch zustellen lassen.

Zur Amtseinführung am Dienstag wird auch der stellvertretende türkische Premier Bekir Bozdağ in Rom erwartet.

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