„Signifikante Eskalation“: Syrische Jets fliegen Angriffe im Grenzgebiet zum Libanon

Das militärische Muskelspiel an den Grenzen zu Syrien hat an diesem Montagabend eine neue Dimension erreicht. Nach zahlreichen Grenzverletzungen gen Türkei kam es nun erstmals zu Angriffen syrischer Kampfjets im Grenzgebiet zum Libanon. Die USA haben die Kampfhandlungen bereits bestätigt. Dort spricht man von einer „signifikanten Eskalation“.

Das libensisch-syrische Grenzgebiet ist zu Wochenanfang erstmals seit Ausbruch der Unruhen in Syrien im März 2011 unter Beschuss geraten. Kampfjets des Assad-treuen Militärs haben Angriffe auf Gebiete an der Grenze zum Libanon geflogen. Das berichtet Welt Online unter Berufung auf hochrangige Vertreter der libanesischen Armee. Demnach hätten Kampfjets und Hubschrauber Raketen in den Norden des syrischen Nachbarstaates abgefeuert, die schließlich nahe der Grenzstadt Arsal im Bekaa-Tal in einem unbewohnten Gebiet eingeschlagen seien. Ob es Opfer gegeben hat, ist zur Stunde nicht bekannt.

Unterdessen wurde der Angriff bereits durch die Sprecherin des Außenministeriums in Washington, Victoria Nuland, bestätigt. Dort werden die jüngsten Grenzverletzungen als „signifikante Eskalation“ gewertet. Solche Souveränitätsverletzungen seien absolut inakzeptabel. Syrien hatte dem Libanon bereits vor einigen Tagen mit Angriffen auf libanesischem Boden gedroht. Das syrische Regime wirft dem Libanon vor, Rebellen Zuflucht zu gewähren.

Peres fordert Eingriff der Arabischen Liga

Erst vergangene Woche hatte Israels Präsident Schimon Peres eine militärische Intervention in Syrien gefordert. Nur so könne man die „Massaker“ beenden. Allerdings lehnte er ein Eingreifen seitens westlicher Streitkräfte ab. Die Arabische Liga habe die Aufgabe und Verantwortung, in Aktion zu treten. Der Westen dürfe nur unterstützend zur Seite stehen (mehr hier). Israel hatte schon Ende Januar dieses Jahres einen Luftangriff gegen Syrien geflogen, der einem Fahrzeugkonvoi gegolten haben soll. Syrien behauptete allerdings, nicht ein Konvoi, sondern ein Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus sei angegriffen worden. Das Land ist seit November vergangenen Jahres aktiv in den Syrienkonflikt involviert. Eine Kooperation mit der Türkei, die auf die immer wiederkehrenden Grenzverletzungen schließlich mit einem Anruf der NATO reagiert und nun über die Unterstützung durch Patriot-Raketensysteme verfügt, wurde jedoch ausgeschlossen (mehr hier).

Angst vor Übergriff des Bürgerkriegs auf den Libanon

Jetzt werden erneut Befürchtungen laut, dass der seit 24 Monaten dauernde Konflikt auf ein Nachbarland, welches sich im Bürgerkrieg zudem bisher als neutral erklärt hatte, übergreifen könnte. Derzeit beherbergt der Libanon neben der Türkei das Gros der syrischen Flüchtlinge. Der Libanon – das Land, das am nächsten an der hart umkämpften Hauptstadt Syriens, Damaskus, liegt – ist nicht nur der kleinste Nachbarstaat, sondern muss bisher auch die meisten Flüchtlinge versorgen. Einschließlich der syrischen Arbeiter und autarker syrischer Familien ist mittlerweile jeder Fünfte dort ein Syrer. In den vergangenen drei Wochen, so UNHCR-Regionalbeauftragte Ninette Kelley zur Nachrichtenagentur Reuters, hätten sich die täglichen Flüchtlingsströme gar auf rund 4400 Menschen verdoppelt.

knapp drei Mo­na­ten.

https://www.youtube.com/watch?v=6z9i04ivj10

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