Öcalan: Vorsitzender der BDP sieht in ihm einen Verwandten

Der kurdische Politiker Demirtaş kann nur Gutes über seinen Besuch bei Abdullah Öcalan berichten. Der „Führer des kurdischen Volkes“ habe auf ihn einen vertrauten Eindruck gemacht. Öcalans Botschaft an die Öffentlichkeit sei die Umgestaltung der Türkei in einen „demokratischen Föderal-Staat“. Die Ära des National-Staats sei endgültig begraben.

Der Parteivorsitzende der kurdischen BDP, Selahattin Demirtaş, sagt, dass sein Besuch beim inhaftierten Führer der Terror-Organisation PKK sehr konstruktiv verlief. Öcalan sei nicht nur der Führer des kurdischen Volkes, sondern für ihn persönlich wie ein Verwandter. Das Gefühl habe ihm Öcalan vermittelt. Beim Eintritt in die Gefängnis-Zelle sei er sehr aufgeregt gewesen. Denn Öcalan sei „der Führer des kurdischen Volkes“. Ihn zeichne die „Liebe zu den Menschen“ aus, meint Demirtaş.

„Als ich ihm meine Hand gegeben habe, wollte ich nicht mehr los lassen“, zitiert die Zeitung Özgür Gündem den kurdischen Politiker. Die Gefangennahme Abdullah Öcalans sei für ihn und seine Familie im Jahr 1999 eine große Tragödie gewesen. „Meine Familie und ich weinten unaufhörlich“, sagt er.

Im Gespräch mit Demirtaş habe Öcalan mehrmals von der Harmonie und Ko-Existenz verschiedenster Völker im Osmanischen Reich geschwärmt. Öcalan habe ihm gesagt, dass das Modell der National-Staats im Nahen Osten nicht funktionieren könne. Deshalb befürworte er den „Demokratischen Föderalismus“.

Offenbar ist sich der inhaftierte PKK-Führer darüber bewusst, dass sich die alte Ordnung im Nahen Osten im Zusammenbruch befindet. Aus dieser Entwicklung möchte er Profit schlagen und wendet sich gegen die Idee des Nationalstaats. Sein Hinweis auf das Osmanische Reich als Modell für das „Zusammenleben“ von verschiedenen Ethnien und Religionen geht teilweise Hand in Hand mit den Vorstellungen der AKP. Bei genauerem Hinsehen war das Osmanische Reich geprägt von sozialen Unruhen und Aufständen. Insbesondere in Anatolien und auf dem Balkan.

Die geographische Neuordnung des Nahen Ostens wird in den USA sowohl beobachtet, als auch gefördert (mehr hier). Dies geht aus einem Papier der US-Denkfabrik „Center for American Progress“ aus dem Jahr 2008 hervor. Das „Center for American Progress“ gilt als „Obama-Denkfabrik“. In dem Bericht unter dem Titel „Die vernachlässigte Allianz“ wird erwähnt, dass der Nahe Osten „entlang US-amerikanischer Interessen und der Interessen der Völker des Nahen Ostens umgestaltet“ werden müsse. Scheinbar möchten die Kurden als Gewinner aus dieser Umverteilung und Umgestaltung hervorgehen.

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