Zypern: Russland gewährt keine Kredite und Barroso will helfen

Nun steht die Entscheidung fest. Russland wird Zypern keine weiteren Kredite gewähren. Außerdem haben russischen Banken kein Interesse an den Anteilen maroder zypriotischer Banken. Doch Barroso gibt sich optimistisch. Man habe in der EU bisher jedes Problem lösen können. Auch die Zypern-Krise werde die EU meistern.

Der zypriotische Finanzminister und Ökonom, Michail Sarris, sagt, dass Russland Zypern keine weiteren Kredite gewähren werde. „Sie können uns nicht mit einem Kredit helfen, weil unsere Schulden wachsen würden“, zitiert die N-TV Sarris. Deshalb hoffe er auf die Unterstützung von russischen Unternehmen. Die sollen Investitionen in das Bankenwesen und in den Erdgas-Sektor tätigen.

„Die Banken sind das absolute Ziel jeder Hilfe, die wir bekommen“, erklärte Sarris schon im Vorfeld der Gespräche in Moskau. Doch die zweitgrößte Bank Russlands VTB hat verkündet, dass sie kein Interesse am Erwerb von Anteilen an zypriotischen Geldinstituten habe. Die russische Zeitung Kommersant berichtete mit Bezug auf einen Gesprächs-Teilnehmer, dass Sarris sich nicht ordentlich vorbereitet hätte und keine konkreten Zahlen vorlegen könne.

Auch EU-Präsident Barroso befindet sich derzeit in der russischen Hauptstadt und möchte mit den Russen eine Einigung erzielen.

Er hat auf der Konferenz in Moskau verkündet, dass die EU Zypern weiterhin zur Seite stehen werde. „Wir haben in der Vergangenheit größere Probleme gelöst. Ich hoffe, dass diesmal auch eine Lösung gefunden wird“, meint Barroso. Die EU einigte sich schon am Mittwoch auf Kapital-Verkehrs-Kontrollen, um einen „massiven Geld-Abfluss“ aus Zypern zu verhindern. Voraussetzung sei jedoch der Kooperations-Wille des Insel-Staats. Andernfalls bliebe Zypern nur noch die Option aus der Währungs-Union auszutreten.

Währenddessen hat sich die Rating-Agentur Fitch ebenfalls zu Wort gemeldet. Das Krisenmanagement der EU in der Zypern-Krise könne dazu führen, dass es zu einer Abwertung der Kreditwürdigkeit von Banken in weiteren EU Ländern komme. Ausschlaggebend sei hier die Unsicherheit, die bei den Kunden ausgelöst werde.

Insbesondere geplante Kapitalfluss-Kontrollen in Zypern werden sich negativ auf die Bewertungen auswirken. „Die Ausmaße eines derartigen Präzedenz-Falls muss man im Hinterkopf haben“, zitiert das Wall Street Journal den Geschäftsführer von Fitch, Tony Stringer. Es wäre das erste Mal in der Geschichte der EU, dass dem freien Kapitalfluss Grenzen auferlegt werden.

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in Moskau.

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