Papst Franziskus I.: Kommt er schon bald in die Türkei?

Der neue Papst Franziskus I. ist erst seit wenigen Tagen im Amt, schon gibt es Hoffnung, dass der Argentinier schon bald eine Türkei-Visite unternehmen könnte. Genährt wird diese durch Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Der ließ verlauten, dass sich der Pontifex durchaus vorstellen könnte, die Türkei in naher Zukunft zu besuchen.

Auf die Frage hin, ob der griechisch-orthodoxe Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. den Papst nach Istanbul eingeladen habe, gab Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zu verstehen, dass er darüber zwar keine Informationen vorliegen habe. „Doch eine Visite ist möglich, denn auch frühere Päpste haben Istanbul besucht und auch der Patriarch hat den Vatikan häufig besucht“, zitiert die türkische Zeitung Hürryet Lombardi. Istanbul-Besuche seien schon fast eine Tradition geworden. In der Türkei wird Bartholomäus I. nicht anerkannt (mehr hier).

Die Einheit der Christen ist das dringendste Anliegen für religiöse Führer, so der griechisch-orthodoxen Patriarch Bartholomäus I., während eines päpstlichen Empfangs von Vertretern der großen Weltreligionen im Vatikan. Bartholomäus I. eröffnete das Treffen, zu dem christliche Oberhäupter und Vertreter des Buddhismus, Islams und des Judentums gekommen waren. In seiner Ansprache erklärte er, dass die Einheit der Christen „unser erstes und wichtigstes Anliegen“ sei. Gleichzeitig forderte er den Papst auf, „weltliche Tendenzen“ im Christentum zu korrigieren.

Bartholomäus I. baut auf Erfahrungsschatz von Franziskus I.

Franziskus I. wiederum versicherte Bartholomäus I., den er als seinen „Bruder“ bezeichnete, seinen „festen Willen, auch weiterhin auf dem Weg des ökumenischen Dialogs“ zu schreiten. Dieser sei „im Einklang mit seinem Vorgänger“, Benedikt XVI., der ein großer Förderer des interreligiösen Dialogs gewesen war. Darüber hinaus verwies Bartholomäus I. auf Franziskus‘ Erfahrung als Erzbischof in Argentinien während der verheerenden Wirtschaftskrise des Landes. Das weltwirtschaftliche Klima „fordert humanitäre Aktionen, womit Sie bereits große Erfahrung haben“, so der Patriarch mit Blick auf die schwerwiegenden Probleme, die nicht nur der Vatikan gerade zu bewältigen hat.

Für seinen Teil versprach Papst Franziskus I. „Freundschaft und Respekt“ gegenüber allen Glaubensrichtungen. Die römisch-katholische Kirche würde „die Freundschaft und den Respekt zwischen Männern und Frauen verschiedener Religionen fördern“ , so der Papst einen Tag nach seiner feierlichen Einweihung auf dem St. Petersplatz.

Der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März dieses Jahres zum neuen Papst gewählt. In seinem ersten Statement sagte der einstige Erzbischof von Buenos Aires, dass er einen Neuanfang für die Kirche wolle, gemeinsam mit dem Volk der Gläubigen (mehr hier).

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