Franziskus I. fordert zu mehr Dialog mit dem Islam auf

Der neue Papst Franziskus I. forderte den Westen an diesem Freitag auf, den Dialog mit dem Islam zu intensivieren. Gleichzeitig appellierte der Pontifex an die Welt, mehr tun, um die Armut zu bekämpfen. Unterdessen sprach der griechisch-orthodoxe Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. dem Argentinier eine Einladung nach Istanbul aus.

Seine Forderung nach mehr Dialog mit dem Islam und intensiverer Bekämpfung der Armut stellte Franziskus I. im Rahmen einer Ansprache an akkreditierte Diplomaten des Vatikans heraus. Seine Nachricht, so fasst die türkische Zeitung Hürriyet zusammen, erreicht dadurch Führer in mehr als 170 Ländern, mit denen der Vatikan diplomatische Beziehungen unterhalte.

Papst freut sich über reges Interesse aus der muslimischen Welt

Neben der materiellen Armut hat der Nachfolger von Benedikt XVI. aber auch die, wie er es nennt, „geistige Armut unserer Zeit“ im Visier. Gerade die reicheren Staaten, so sein Appell in der Sala Regia, sollten sich auch dieser widmen und wieder stärkere Bindungen mit Gott eingehen. So forderte er die Diplomaten auf, Religion wieder mehr ins Zentrum des öffentlichen Lebens zu rücken und den interreligiösen Dialog als Katalysator für die Bemühungen um Frieden zu fördern. Um diesen zu schaffen, so Jorge Mario Bergoglio, spiele Religion eine fundamentale Rolle. Es sei nicht möglich, Brücken zwischen Menschen zu bauen und dabei Gott zu vergessen. Gleichzeitig sei aber auch das Gegenteil wahr: Es sei nicht möglich, echte Verbindungen mit Gott herzustellen und dabei andere Menschen zu ignorieren. „Daher ist es wichtig, den Dialog zwischen den verschiedenen Religionen zu intensivieren, dabei denke ich insbesondere an den Dialog mit dem Islam.“ Genau darauf hatte die Türkei kurz nach seiner Wahl gehofft (mehr hier).

Dankbar sei das neue Oberhaupt der Katholischen Kirche auch gewesen, dass seiner Amtseinführung am vergangenen Dienstag so viele muslimische religiöse und zivile Führer beigewohnt hätten. Auch der griechisch-orthodoxe Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. war anwesend (mehr hier). „Die Armut bekämpfen, sowohl materiell als auch spirituell, die Schaffung von Frieden und der Bau Brücken: Dies sind die Bezugspunkte für eine Reise, auf die ich die hier vertretenen Länder einladen möchte“, so der Papst.

Appell an türkischen Präsidenten, Franziskus einzuladen

Bartholomäus I. nutzte seinen Besuch in Rom, um Franziskus I. bei dieser Gelegenheit gleich zu einer Visite in Istanbul einzuladen. „Wir glauben, Papst Franziskus wird den Christen und der gesamten Menschheit dienen. Wir haben ihn in unser Patriarchat eingeladen“, zitiert ihn ebenfalls die türkische Zeitung Hürriyet. Bereits die letzten drei Päpste waren offiziell Gäste des Patriarchats. Für eine offizielle Türkei-Visite bedürfe es jedoch der Einladung durch den Präsidenten. Dass der Papst eine solche annehmen würde, zeigte sich der Geistliche gewiss. Er selbst habe seine historische Visite in Rom als sehr angenehm erlebt. Er fühle, dass eine neue Ära der Zusammenarbeit mit dem Pontifex eingeläutet worden sei.

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