Syrien: Zentralrat der Muslime unterstützt deutsches Engagement

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, sagt, dass er die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien begrüße. Deutschland sei an diesem Punkt etwas spät aufgewacht. Doch er könne es nicht verstehen, warum hauptsächlich nur syrische Christen aufgenommen werden sollen. Verfolgte haben keine Religion.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist erfreut über die Entscheidung, syrische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Angesichts des Leids, welches die Menschen in Syrien schon seit zwei Jahren erleben müssen, sei dieser Schritt schon längst überfällig gewesen, so der Vorsitzende der ZMD, Aiman A. Mazyek.

Die Zusammenarbeit des Außenministers Westerwelle und des Innenministers Friedrich müsse an dieser Stelle weiter laufen. „Völlig falsches Signal ist aber, dass der Bundesinnenminister zunächst die Familien mit christlicher Herkunft aufnehmen möchte, denn Menschenleben darf nicht nach Religion sortiert werden“, meint Mazyek.

Zuvor hatte Bundes-Innenminister Hans-Peter Friedrich betont, dass man vor allem Christen aufnehmen werde, da „ein besonderer Verfolgungsdruck auf den Christen lastet“, zitiert die SZ den Innenminister. Die Religionszugehörigkeit spiele bei der Auswahl der Flüchtlinge eine große Rolle.

Den Christen Syriens droht dasselbe Schicksal, wie den chaldäischen und syrisch-orthodoxen Christen des Irak, die ihre Heimat nach und nach verlassen müssen. Der UNHCR berichtete im Jahr 2007, dass die Christen im Irak ihres Lebens nicht mehr sicher sein können. Als Grund wird die religiös motivierte Gewalt genannt. Radikale Islamisten spielen hier eine herausragende Rolle (mehr hier).

Denn bei einer möglichen Machtkonsolidierung der Islamisten, droht insbesondere den weltlichen Alawiten (mehr hier) und Christen ein Völkermord. Diese Menschen haben Angst vor der Rache ihrer potentiellen Schlächter. Schon seit langem skandieren sie mit der Parole „Christen nach Beirut, Alawiten in den Sarg“.

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