Suche nach den Attentätern von Ankara: Türkische Polizei führt großangelegte Razzien durch

Knapp eine Woche nach dem doppelten Anschlag auf das türkische Justizministerium und den Hauptsitz der AKP in Ankara sucht die Polizei immer noch fieberhaft nach den Attentätern. Am Montagmorgen führten die Beamten großangelegte Razzien an 20 verschiedenen Punkten durch. Darunter befanden sich auch Quartiere der linksextremen Organisation DHKP/C. Bisher wurden mindestens zehn Verdächtige festgenommen.

Noch immer fahndet die türkische Polizei nach den Drahtziehern des Doppelanschlages von Ankara am Abend des 19. März (mehr hier). Nachdem die Beamten bereits in der vergangenen Woche im Rahmen einer großangelegten Razzia an 18 verschiedenen Punkten in İstanbul zwölf Verdächtige der linksextremen Organisation DHKP/C festnehmen konnten, ging das Durchkämmen verschiedener Adressen an diesem Montag in der türkischen Hauptstadt weiter. Den Festgenommenen wird vorgeworfen, bewaffnete Angriffe und Bombenanschläge in Istanbul und Ankara vorbereitet und durchgeführt zu haben. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Am vergangenen Dienstag, den 19. März, verübten bisher Unbekannte Täter gleich zwei Anschläge in Ankara. In einem ersten Angriff wurden zwei Handgranaten in das türkische Justizministerium geschleudert. Fast zeitgleich nahm sich eine Gruppe von bewaffneten Personen den Sitz der türkischen Regierungspartei AKP vor. Eine Person wurde dabei verletzt. Tote gab es nicht.

In einer Erklärung gab die Gruppierung bekannt, dass ihre „Kämpfer“ das Justizministerium und das Parteigebäude als Zeichen für die „Ungerechtigkeit“, die in Ankara herrsche, angegriffen hätten. Die beiden Gebäude, so hieß es weiter, gehörten zu den besten bewachten Gebäuden in der Türkei. Angeblich habe man bewusst einen Zeitpunkt nach Dienstschluss gewählt, um möglichst wenige zu verletzen. Personen zu verletzen sei nicht das Ziel gewesen. Dass es doch dazu kam, bedauere man sehr.

Die türkische Polizei geht bereits seit einigen Wochen wieder intensiv gegen die linksextreme Organisation DHKP/C vor. Seit Januar wurden im Zuge diverser Razzien mehr als 100 Personen verhaftet. Die Gruppe, die sowohl von der Türkei als auch den Vereinigten Staaten als Terrororganisation gelistet wird, hat in der Vergangenheit Anschläge als Vergeltung für Verhaftungen ihrer Mitglieder durchgeführt. Auch die Attacke auf die US-Botschaft am 1. Februar dieses Jahres, bei der ein Wachmann ums Leben kam, wird als eine solche Vergeltung gewertet (mehr hier).

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