Zypern: Türkei ist gegen Ausbeutung von Ressourcen um Schulden zu bezahlen

Die Ambitionen Nikosias, Ressourcen in den Gewässern von Zypern zu suchen, stößt beim türkischen Außenminister auf Ablehnung. Nord-Zypern habe ein gleichberechtigtes Anrecht auf alle Ressourcen der Insel. Ein Alleingang würde die Spaltung beider Teile nur vertiefen. Dann käme nur eine Zweit-Staaten-Lösung in Betracht. Eine föderale Lösung wie es nach wie vor von der UN vorgesehen werde, wäre damit nicht mehr umzusetzen, warnt er.

In einem Telefon-Gespräch zwischen dem türkischen Außenminister Davutoğlu und US-Außenminister Kerry wurde die Banken-Krise auf Zypern besprochen. Davutoğlu äusserte seine Bedenken über mögliche Pläne Nikosias die Ressources Zyperns auszubeuten, um die Schuldenlast abzutragen, berichtet die Today`s Zaman.

Zypern will trotz Protest der Türkei mit der Erkundung von Kohlenwasserstoffen in ihrer Wirtschaftszone beginnen. Davutoğlu betonte, dass Nord-Zypern ein gleichberechtigtes Anrecht auf die Ressourcen Zyperns habe. Vergangenes Jahr ludt die Republik Zypern alle Interessenten dazu ein, Vorschläge für die Erkundung von Kohlenwasserstoffen vorzulegen. Maßgeblich seien einerseits die technische und finanzielle Leistungsfähigkeit der Antragsteller. Zweitens seien die Möglichkeiten wichtig, mit denen der Antragsteller beabsichtigt, die Durchführung von Tätigkeiten im Rahmen der Lizenz zu vollziehen.

Das türkische Außenministerium erklärte in einer Mitteilung, dass die Erkundung und Nutzung von Kohlenwasserstoff-Ressourcen nur unter Voraussetzung der Einsetzung eines Gremiums erfolgen könne. Jenes Gremium müsse aus Vertretern Nord-Zypern, Süd-Zyperns und der UN bestehen. „Wenn es zur Blockade kommt, dann wäre eine Zwei-Staaten-Lösung auf Zypern der einzige Weg, um die Rechte Nord-Zyperns zu wahren“, zitiert die Today`s Zaman einen Sprecher des türkischen Außenministeriums. Denn dann müsse man davon ausgehen, dass Nikosia kein Interesse an einer Lösung der Zypern-Frage habe.

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