Bund Naturschutz-Vorsitzender: „Wie viele Migranten verkraften wir?“

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg des Bund Naturschutzes (BN) sagt, dass die Stadt Nürnberg nicht unaufhörlich wachsen könne. Durch den Zuzug von neuen Einwohnern werde die Natur zunehmend belastet. In den vergangenen Jahren seien insbesondere Zuwanderer aus dem Ausland in seine Heimatstadt gekommen. In einem Artikel hatte er deshalb gefragt: „Ein Volk ohne Raum also?“. Doch für diese unglückliche Wortwahl entschuldige er sich.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN), Günther Raß, sagt, dass es besser wäre für die Natur, wenn in Nürnberg weniger Menschen leben würden. Zu viele Zuwanderer aus dem Ausland seien in den vergangenen Jahren gekommen, meint er in einem Artikel in der Zeitschrift „Mauersegler“. „Wie viele Migranten/Ausländer verkraften wir? Wie viel Platz ist noch in Deutschland?“, zitiert ihn die Nürnberger Zeitung (NZ).

Deutschland sei nach „Naturgesichtspunkten überbevölkert“. „Ein Volk ohne Raum also?“, fragt Raß. Im Gespräch mit der NZ erklärt er, dass er eine Diskussion anstoßen wolle.

Doch die Wortwahl erinnert an andere Gegebenheiten. Der Satz „Volk ohne Raum“ geht zurück auf den deutschen Schriftsteller Hans Grimm, der im Jahre 1926 ein Buch mit diesem Titel veröffentlichte. Darin umschrieb Grimm eine Strategie für die wirtschaftlichen und politischen Probleme Deutschlands und plädierte für den Erwerb von „Lebensraum“.

Sein Buch gehörte zu den am meisten verkauften Büchern der Weimarer Republik. Insbesondere bei den Nationalsozialisten war sein Werk beliebt. Denn die nutzten jedes Werk, um ihre expansionistische Politik zu untermauern.

 „Lebensraum“ als Konzept

Die eigentliche Idee vom „Lebensraum“ geht zurück auf den deutschen Zoologen Friedrich Ratzel aus dem 19. Jahrhundert und wurde später vom Geo-Politiker Karl Haushofer und dann auch von Grimm aufgegriffen.

Grimm war ein großer Sympathisant der Nationalsozialisten und unterstützte deren These vom „Herrenmenschen“. Bei der Bundestagswahl 1953 kandidierte er für die rechtsradikale Deutsche Reichspartei.

Sein Buch wird nach wie vor vom Versandhandel & Verlag Hans Grimm in Wahlsburg-Lippoldsberg verlegt. Die Inhaberin ist Margret Nickel und betreibt weitere rechtsradikale Literatur.

Stellungnahme von Günther Raß

Im Gespräch mit den DTN sagte Raß, dass er sich für die Wortwahl „ausdrücklich entschuldige“. Er sei kein „Nazi“ und habe nichts gegen Migranten.

„Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Stadt Nürnberg und Deutschland nicht unbegrenzt wachsen können“, sagt er. Das habe in erster Linie, nichts mit Migranten zu tun. Durch den Zuzug von Menschen in die Städte werde die Natur negativ beeinträchtigt.

Er selbst habe Kontakt zu Migranten und der BN habe auch Migranten als Mitglieder. Mit der „Lebensraum“-These der Nationalsozialisten, wolle er nichts zu tun haben.

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