Milliarden nach Norwegen: Griechische Reeder wussten von der Zypern-Eskalation

Die Griechen hatten offenbar besonderes Insider-Wissen: Unmittelbar vor der Eskalation der Krise haben griechische Reeder ihr Vermögen aus den zypriotischen Banken abgezogen. Milliardenbeträge sind auf den Konten der norwegischen Großbank DNB eingegangen.

Die Eskalation der Krise in Zypern war lange Zeit absehbar. Nicht nur die russischen Oligarchen haben ihr Vermögen aus dem Bankensektor Zyperns herausgeholt (hier). Auch griechische Schiffsbesitzer haben einen Milliardenbetrag aus Zypern abgezogen und sicher in Norwegen angelegt, berichtet das dänische Magazin Politiken.

Der Abzug des Geldes geschah unmittelbar vor der Eskalation der Zypern-Krise. Und  die Griechen haben ihr Insider-Wissen von der Insel offenbar schon eine ganze Weile genützt: Innerhalb der letzten zwei Jahre haben sich die Überweisungen von Zypern nach Norwegen verdoppelt, sagte Harald Serck-Hanssen, Chef der norwegischen Großbank DNB. Durch die Ankündigung, dass es für die Zentralbank Zyperns einen Schuldenschnitt in Höhe von 40 Prozent geben könnte (hier), wird der Sturm auf die Banken in Zypern vermutlich starten, sobald diese, wie angekündigt, am Donnerstag wieder öffnen werden.

Das wird das Ungleichgewicht in der Eurozone noch verschärfen. Die Kapitalflucht aus Zypern könnte also bereits seit Jahren laufen. Die deutsche HSH-Nordbank hat indes verschlafen, ihre Vermögenswerte in Zypern abzustoßen und ist Schätzungen zufolge mit 1,6 Milliarden Euro in Zypern engagiert (hier).

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