„Exzellenter Eindruck“: IOC-Delegation gibt Istanbul Bestnoten

Die Chancen Istanbuls für das Jahr 2020 endlich den Zuschlag für die Olympischen Spiele zu erhalten, steigen offenbar weiter. Die Millionenmetropole hat bei der IOC-Evaluierungskommission einen „exzellenten Eindruck“ hinterlassen. Das gab deren Vorsitzender, IOC Vize-Präsident Craig Reedie, bekannt. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Bewerbungen hat die Stadt nun offenbar ihre Hausaufgaben gemacht.

Im Rennen um die Olympischen Spiele 2020 ist Istanbul bereits auf die Zielgeraden eingebogen. Neben der Millionenmetropole am Bosporus sind nur noch Madrid und Tokio im Rennen um das sportliche Megaevent. Nun wurde dem türkischen Kandidaten ein Besuch der IOC-Evaluierungskommission abgestattet. Der Eindruck der Fachleute, so fasst IOC Vize-Präsident Craig Reedie zusammen sei „exzellent“ gewesen. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Und dieser Eindruck soll sich auch bis zur endgültigen Wahl Anfang September in Buenos Aires bestätigen. So kündigte der türkische Sportminister Suat Kılıç an, dass man sich die jetzt gemachten Beobachtungen der Kommission zu Herzen und diese als Fahrplan für weitere Verbesserungen in der Stadt vornehmen wolle. Die türkische Olympia-Kommission sei bereits während der gesamten Bewerbungsphase sehr gründlich vorgegangen. Auch die türkische Regierung wolle die Stadt weiterhin in jeder möglichen Weise unterstützen.

Istanbuls Vorteile: Wirtschaft, Politik und Jugend

Nach Ansicht von Kılıç beruht Istanbuls Vorteil vor allem auf wirtschaftlicher und politischer Stabilität. Erstere wird dem Vorhaben Olympia auch weiterhin zuträglich sein. Schon während der Bewerbungsphase scheuten sich große türkische Unternehmen nicht, hier mit erheblichen Summen einzusteigen (mehr hier). Bedenken, dass Istanbuls Bewerbung letzten Endes doch an Problemen scheitern könnte, die andernorts schon in der Vergangenheit aufgetreten waren, spielte Kılıç hingegen herunter. „Wir haben eine Garantie der Kommission, dass die Probleme, die an anderen Orten passiert sind, nicht in der Türkei auftreten werden.“ Weiteres Kapital für Olympia 2020 sieht Kılıç vor allem in der Jugend des Landes. Das sportliche Profil der Türkei habe sich in den vergangenen zehn Jahren stark verändert. Man erlebe zunehmend sportlichen Erfolg und bringe wachsende Erfahrung im Austragen internationaler Veranstaltungen mit.

Die größte Stadt der Türkei präsentierte ihre Kandidatur vergangene Woche vor der IOC-Kommission, angeführt von IOC Vize-Präsident Craig Reedie. Von türkischer Seite wurde vor allem die erste Gelegenheit für eine säkulare muslimische Demokratie die Olympischen Spiele auszutragen herausgestellt. Auch die Möglichkeit, die Spiele sowohl in Europa und Asien auszutragen, wurde als Alleinstellungsmerkmal vermarktet. „Diese [Besuche] waren sehr gut organisiert, und wir haben einen guten Eindruck von den Fähigkeiten und der Begeisterung des Angebots-Ausschusses“, fasste Reedie abschließend zusammen. Bei welcher Stadt seine eigenen Präferenzen liegen, darüber hielt sich der IOC-Mann jedoch bedeckt. Durchblicken ließ er jedoch, dass er vor allem von der starken Unterstützung seitens der Wirtschaft und des Staates beeindruckt sei.

Istanbul steckt Milliarden in seine Infrastruktur

Istanbul scheint allein mit seinem Infrastrukturbudget von 19.2 Milliarden Dollar weitaus mehr zu investieren als die Konkurrenz in Tokio und Madrid. In diesem Zusammenhang wies IOC-Direktor Gilbert Felli jedoch darauf hin, dass der größte Teil dieser Summe nicht in direktem Zusammenhang mit den Spielen stünde. „Auch wenn die Spiele nicht hierher kommen, wird das meiste von diesem Budget verbraucht werden. Die Entwicklung der neuen City von Istanbul, der Neubau ist Teil dessen, was sie sowieso tun.“

Erst im vergangenen Januar reichten die Kandidaten ihre abschließenden Bewerbungsunterlagen ein (mehr hier). Vor Istanbul stattete die Kommission bereits Madrid und Tokio einen Besuch ab. Die technischen Bewertungen sollen aber erst im kommenden Juli veröffentlicht werden.

Bedenken der Bewohner: Zu viel Verkehr für Istanbul?

Doch bei aller Euphorie gibt es innerhalb İstanbuls wachsender Bevölkerung, die derzeit auf rund 14 Millionen kommt, Bedenken vor allem hinsichtlich der Fähigkeit der Stadt das immense Transportaufkommen, das durch die Spiele entsteht, zu handhaben. Dem entgegen gehalten wird die große Erfahrung İstanbuls, wie auch der gesamten Türkei, als wichtiges touristisches Ziel, das es gewohnt ist mit riesigen Besucherströmen umzugehen. So stieg im Jahr 2012 die Gesamtzahl der ausländischen Besucher in der Türkei um 1,04 Prozent auf 31,8 Millionen Menschen. Istanbul war die am dritthäufigsten besuchte Stadt in Europa, nach London und Paris, und die fünfthäufigst besuchte Stadt in der Welt im vergangenen Jahr, heißt es hierzu von Seiten der Angebots-Organisatoren.

Istanbul bewirbt sich aktuell bereits zum fünften Mal um die Spiele. Ob man diesmal erfolgreich ist, entscheidet sich im kommenden September.

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