Ein Jahr Anerkennungsgesetz: „Deutschlands Attraktivität für qualifizierte Zuwanderer steigt“

Seit einem Jahr haben Zuwanderer die Möglichkeit, die Anerkennung ihrer ausländischen Berufsabschlüsse zu beantragen. Die im Gegensatz zu den erwartetetn Zahlen geringen Anträge zeigen allerdings, dass noch nicht ausreichend Klarheit in diesem Bereich besteht.

Die Zahl der Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen liegt nach Angaben des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen im fünfstelligen Bereich. Antragsberechtigt sind Schätzungen zufolge 285.000 Menschen in Deutschland. Noch zu wenig Klarheit gibt es offenbar in diesem Bereich. Dabei sollte das Anerkennungsgesetz genau dafür sorgen. Noch immer werden viele Zuwanderer unter ihrer Qualifikation beschäftigt. Das Interesse, das zu ändern, ist groß.

Wie der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen erklärt, sind 337.000 Anfragen auf dem zentralen Informationsportal eingegangen. 40 Prozent dieser Anfragen sind aus dem Ausland eingegangen. Das zeige, dass „das Anerkennungsgesetz die Attraktivität Deutschlands für qualifizierte Zuwanderer erhöht“, so die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Prof. Dr. Christine Langenfeld.

Die Chance auf Anerkennung ist der vorläufigen Bilanz zufolge hoch. Bis Ende Februar seien bei 65,7 Prozent der 1.461 erteilten Bescheide eine volle Gleichwertigkeit der Abschlüsse festgestellt worden. 30,6 Prozent sind teilweise anerkannt worden und nur 3,7 Prozent wurden abgelehnt.

Ein Problem ist allerdings nach wie vor die Zuständigkeit der Länder. Lehrer und Ingenieure haben es je nach Bundesland schwer. Lediglich in Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland gibt es die Landesanerkennungsgesetze. Langenfeld fordert deshalb, dass diese auch in den anderen elf Bundesländern „zügig beschlossen werden“ sollten. Doch auch nach der Anerkennung der Berufsabschlüsse sind Arbeitnehmer auf die Entscheidung der Unternehmen angewiesen.

Ein „Mentalitätswandel“ in den Unternehmen sei notwendig, erklärt Langenfeld weiter, denn „sie sollten sich stärker für Bewerber öffnen, deren ausländische Berufsabschlüsse als gleichwertig anerkannt wurden“.

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